Schauinsland will „Handshake-Mentalität“ behalten   

Trotz des massiven Wachstums und der neuen Führungsstruktur will der Duisburger Veranstalter Schauinsland-Reisen ein Familienunternehmen bleiben. Das betonte Firmenchef Gerald Kassner während des großen ITB-Events in der Berliner Event-Location Spindler & Klatt.

Vor mehreren hundert Touristikern sagte Gerald Kassner: „Wir verändern uns, aber gleichzeitig werden wir unsere Werte als Familienunternehmen bewahren und Entscheidungswege kurzhalten. Unsere Werte sind unsere Stärke.“

Große Menschenmenge in einem stimmungsvoll blau beleuchteten Veranstaltungssaal, im Vordergrund eine Bar mit Getränken, im Hintergrund eine Bühne mit mehreren Personen und großem Bildschirm, der das Logo von „Schauinsland-reisen“ zeigt.
Gerald (rechts) und Steffen Kassner auf der Bühne der Event-Location Spindler & Klatt in Berlin. Foto: mg

„Die eigenen Werte in die Zukunft tragen“

Sein Sohn Steffen Kassner ergänzte: „Wir wollen unsere Handshake-Mentalität behalten. Und wir tragen unsere Werte als Versprechen in die Zukunft.“ Er und sein Vater würden auch künftig über die Strategie des Unternehmens entscheiden – aber mit einem größeren Führungsteam. Das musste jüngst allerdings einen großen Verlust verkraften: Der langjährige Touristikchef Andreas Rüttgers ging von Bord.

Während ihrer Rede in Berlin hatten Gerald und Steffen Kassner allerdings nicht nur den Umbau ihres Veranstalters im Blick, sondern auch die Branche insgesamt. „Wir können die globale Politik nicht beeinflussen, aber wir haben einen Einfluss darauf, wie wir als Partner agieren“, sagte Gerald Kassner und ergänzte: „Wir haben immer sehr partnerschaftlich zusammengearbeitet und werden dies auch in Zukunft tun.”

Viertgrößter Veranstalter im Land

Schauinsland-Reisen hat sich mit der Übernahme von Explorer zum viertgrößten Veranstalter der Branche gemausert und gilt seit Jahren als Liebling der Reisebüros. Beim Globus Award von touristik aktuell wurden die Duisburger jüngst zum neunten Mal in Folge als Reiseveranstalter mit dem besten Reisebüro-Service der Branche ausgezeichnet.

Ganz so selbstverständlich war das nach den vielen Veränderungen im vergangenen Jahr nicht. Man habe „schon etwas geschwitzt“, hieß es nach der Preisverleihung aus der Vertriebsabteilung.

Struktur muss sich der neuen Größe anpassen

Der Hintergrund: 2025 wurde in der Duisburger Zentrale technisch vieles auf den Kopf gestellt und neu strukturiert – allen voran das Reservierungssystem und die Telefonanlage. Darüber hinaus investiert auch Schauinsland in Künstliche Intelligenz, unter anderem in Form eines B2C-Chatbots in Whatsapp und für eine effizienterer Kommunikation mit Reisebüros.

So erkennt die KI inzwischen, wenn eine Kommunikation per E-Mail oder Whatsapp unfreundlich wird. Und genau in diesem Moment wechselt die Kommunikation von der digitalen Variante in die persönliche.