Ferienflieger Condor zeigt sich mit den im vergangenen Jahr gestarteten Städteverbindungen und Zubringerflügen für das Drehkreuz Frankfurt zufrieden. „Zubringerverkehre sind ein finanzieller Erfolg, wenn die Langstrecke kommerziell funktioniert. Insoweit sind sie bei uns ein finanzieller Erfolg“, so Condor-Chef Peter Gerber in einem Interview mit dem Fachportal Aerotelegraph.
Lufthansa „von der Menge der Passagiere her“ ersetzt
Condor hatte im vergangenen Frühjahr begonnen, ein eigenes City-Netz in Deutschland und im europäischen Ausland aufzubauen. Dies wurde notwendig, nachdem Konkurrent Lufthansa das „Special Prorate Agreement“ gekündigt hatte, das dem Urlaubsflieger über viele Jahre einen umfassenden Zugriff auf Zubringerkapazitäten der Kranich-Airline gewährte. Bislang stehen im Condor-Flugplan neun Verbindungen mit jeweils drei täglichen Flügen, unter anderem nach Berlin, Hamburg und München sowie nach wie Paris, Rom und Wien.
Damit habe man die Feeder-Flüge von Lufthansa „von der Menge der Passagiere her praktisch ersetzt“, resümiert Gerber in dem Interview. Aber da der vorherige Zugriff auf 300 Lufthansa-Strecken natürlich „qualitativ eine viel bessere Zubringung“ gewesen sei als die jetzigen neun Destinationen, müsse die Airline „jetzt viel mehr dafür arbeiten“.
Auch Punkt-zu-Punkt-Strecken laufen gut
Die Ausweitung des Streckennetzes – im Sommer kommen Barcelona, Budapest und Venedig als Ziele dazu – ist für den Airline-Chef ein weiterer Beleg, dass dieses Geschäftsmodell funktioniert: „Wir haben die Nachfrage, von der wir glauben, dass wir sie haben müssen. Und auch die Sitze, die wir zusätzlich in den Markt stellen, setzen wir ab.“
Dies liege auch daran, dass jetzt die Konnektivität für die Zubringung und Abbringung, aber auch für Business- und Punkt-zu-Punkt-Reisende „viel besser“ sei. So sei die Strecke Wien–Paris über Frankfurt „ein echter Renner“ und auch Prag–Paris „funktioniert gut“. Konkrete Zahlen zur Auslastung der neuen Strecken nennt Peter Gerber allerdings nicht.
Auf der Wunschliste von Condor stehen aktuell noch die italienischen Ziele Mailand und Florenz. Dort seien momentan aber keine freien Slots zu bekommen.
Erneute Beschwerde im Zubringer-Streit möglich
In dem langwierigen Streit um die Lufthansa-Zubringer, den Condor mit einer Entscheidung des Oberlandesgerichts (OLG) Düsseldorf im vergangenen Sommer zunächst verloren hatte, schließt die Airline eine neue Beschwerde nicht aus. Eigentlich müsse das Bundeskartellamt, dessen Beschluss das OLG wegen Verfahrensfehler aufgehoben hatte, selbstständig tätig werden, so Gerber. „Aber ich will auch nicht ausschließen, dass wir nochmal Beschwerde gegen Lufthansa erheben.“


