Die Fluglinie Condor will in den nächsten zwei Jahren stark auf die Kostenbremse drücken. Mit den Piloten hat sich die Airline jetzt auf einen Tarifabschluss geeinigt.

Das von Condor angestrebte Sparpaket in Millionenhöhe hat eine wichtige Hürde genommen. Nach längeren Verhandlungen hat sich die Airline mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) geeinigt.
Wie die Gewerkschaft mitteilt, haben in einem Mitgliedervotum 67 Prozent der Stimmberechtigten einem „Zukunftspaket“ zugestimmt. Dem Abschluss seien „wochenlange, teils schwierige Verhandlungen“ vorausgegangen. Ausgangspunkt waren die vom Condor-Management geforderten Einsparungen von insgesamt 200 Millionen Euro, die zum Teil auch vom Personal getragen werden sollen.
Dem standen seitens der Pilotenvertretung Forderungen nach „Beschäftigungssicherung und tariflichen Verbesserungen“ gegenüber. „Für die VC stand jedoch von Beginn an fest, dass wirtschaftliche Zugeständnisse nur im Zusammenhang mit einer umfassenden Weiterentwicklung des Mantel- und Vergütungstarifvertrags infrage kommen“, heißt es in der Mitteilung.
Konkret sieht der Kompromiss „zeitlich befristete wirtschaftliche Zugeständnisse“ der Piloten vor, darunter zwei Nullrunden bei der Vergütung. Demnach verzichten die Condor-Piloten für zwei Jahre auf Gehaltserhöhungen, ab Oktober 2028 gibt es eine Tariferhöhung um sieben Prozent. Zugleich enthält der Abschluss einen Kündigungsschutz bis 30. September 2029. Darüber hinaus seien „wesentliche und langfristig wirksame Verbesserungen der Arbeitsbedingungen“ wie ein Freizeitmodell vereinbart worden, so die Gewerkschaft.
Wie ist der Stand beim Kabinenpersonal?
Hingegen steht ein Abschluss mit der Kabinengewerkschaft Ufo noch aus. Diese hatte Einzelheiten des Zukunftspakets im September nach ersten Gesprächen mit dem Arbeitgeber veröffentlicht, was Condor bestätigte. Demnach will die Airline in den nächsten zwei Jahren jeweils 100 Millionen Euro einsparen, wozu die Belegschaft einen Anteil von 35 Prozent beitragen soll.
Condor war 2021 vom britischen Finanzinvestor Attestor mehrheitlich übernommen worden, fliegt aber trotz Umsatz- und Passagierwachstums nach wie vor nicht profitabel. Das liegt zum einen an den massiven Investitionen in die Flotte und den Ausbau eines europäischen City-Netzes, zusätzlich belasten die stark gestiegenen Kerosinkosten infolge des Iran-Kriegs die Airline erheblich. Deshalb drückt Mehrheitseigner Attestor, der die Airline Ende August kommenden Jahres komplett übernehmen will, nun auf die Kostenbremse.


