Die Zentrale von Condor ist zurück am Frankfurter Flughafen. Am Mittwoch eröffnete Airline-Chef Peter Gerber zusammen mit Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef offiziell den neuen Unternehmenssitz des Ferienfliegers im Alpha-Rotex-Gebäude im Airport-Stadtviertel Gateway Gardens. Gut fünfeinhalb Jahre nach dem Wegzug in die nahe gelegene Kleinstadt Neu-Isenburg ist die zweitgrößte Airline damit nahezu komplett an den Rhein-Main-Airport zurückgekehrt – nur das Trainingscenter für die Crews ist östlich des Flughafens in Dreieich geblieben.

„Stark symbolischer Charakter“
Für Condor-Boss Peter Gerber hat der Umzug, der in den vergangenen sechs Wochen über die Bühne ging, einen „stark symbolischen Charakter“. Die Wurzeln des Traditionsfliegers seien immer in Frankfurt gewesen. „Und nun kehren wir zu unseren Wurzeln zurück“, sagte er zur Einweihung. Zugleich stehe die neue Zentrale in dem markanten Bürogebäude „für die Moderne und das, was Condor in den letzten Jahren geschafft hat“.

Damit bezog sich Gerber auf die Rettung und Restrukturierung von Condor, nachdem die Pleite des Mutterkonzerns Thomas Cook und die Corona-Krise das Unternehmen an den Rand der Existenz gebracht hatten. 2021 hatte der Finanzinvestor Attestor die Mehrheit an der Airline übernommen, die nächsten Jahre waren vor allem geprägt von hohen Investitionen, um zunächst die Langstreckenflotte und später auch den Bestand an Kurz- und Mittelstreckenfliegern zu modernisieren.
Suche nach einem neuen Investor
Zugleich musste gespart werden, weshalb das Unternehmen seinen repräsentativen Sitz in Gateway Gardens im Sommer 2020 mit einem unscheinbaren Bürogebäude im Gewerbegebiet von Neu-Isenburg tauschen musste. Schließlich befand sich Condor in einem Schutzschirmverfahren und erhielt staatliche Rettungskredite in dreistelliger Millionenhöhe. Noch in diesem Jahr sollen alle Kredite abgelöst werden.
Zugleich schaut sich Mehrheitseigner Attestor nach einem weiteren strategischen Investor um und will offenbar die 49 Prozent der Anteile, die wegen der Staatshilfen momentan noch von der Kreditanstalt für Wiederaufbau gehalten werden, nicht komplett übernehmen.
Nächster Schritt: Umzug ins Terminal 3
Nach der „atemberaubenden Entwicklung“ der vergangenen Jahre stehe Condor heute „solide und ein Stück weit gelassen da“, resümierte Peter Gerber. Zugleich sei man „bereit für die Zukunft“, fügte er mit Blick auf den im Sommer 2027 geplanten Umzug der Airline in das neue Terminal 3 hinzu. Auf dieser Basis werde die Fluggesellschaft „weiter wachsen“.
Auch Oberbürgermeister Mike Josef zeigte sich „froh, dass wir ein so wichtiges Unternehmen wieder in Frankfurt haben“. Dies sei ein „klares Bekenntnis zum Standort Frankfurt“.
Das Alpha-Rotex-Gebäude
Die markante Immobilie mit ihrem dreieckigen Grundriss wurde 2013 fertiggestellt und ist mit 66 Metern das höchste Bürogebäude in Gateway Gardens. Gebaut wurde es von der Deutschen Bahn, die lange Zeit unter anderem mit DB Schenker auch Hauptmieter war, der Eigentümer ist die Zurich Gruppe Deutschland. Condor belegt in dem Hochhaus die Etagen 6 bis 15 mit insgesamt 15.000 Quadratmetern, auch die Verkehrsleitzentrale ist dort untergebracht. Im neuen Unternehmenssitz arbeiten zwischen 800 und 900 Condor-Beschäftigte, insgesamt zählt die Airline rund 5.500 Mitarbeitende.


