Lufthansa: Der Kranich-Flieger wird 100

Sie ist die unangefochtene Marktführerin im deutschen Luftverkehr und mit ihrem ikonischen Kranich-Logo auch in der Touristik nach wie vor eine der zugkräftigsten Marken. Und sie feiert jetzt einen bedeutenden runden Geburtstag: Vor exakt 100 Jahren wurde die Vorgängerin der heutigen Lufthansa aus der Taufe gehoben. Diese entstand am 6. Januar 1926 in Berlin als Zusammenschluss der Fluggesellschaften Deutscher Aero Lloyd und Junkers Luftverkehr unter dem Namen Deutsche Luft Hansa AG.

Was in den nächsten Jahrzehnten folgte, ist eine beispiellose Erfolgsgeschichte der deutschen Luftfahrt. Sie ist zugleich aber auch geprägt von „Herausforderungen, Unterbrechungen und Neuanfängen“, wie das Unternehmen in einer Mitteilung anlässlich des Jubiläums einräumt.

Heute eine der größten Airline-Gruppen

So beginnt nicht lange nach der Gründung das dunkelste Kapitel in der Firmengeschichte, als Lufthansa im Nationalsozialismus eine wichtige Rolle in der Rüstungsindustrie übernahm. Nach Auflösung des inzwischen in Deutsche Lufthansa Aktiengesellschaft umbenannten Unternehmens im Jahr 1946 wurde sieben Jahre später die „zweite Lufthansa“ gegründet, auf der rechtlich gesehen der heutige Konzern beruht. 1955 konnte die Deutsche Lufthansa AG dann den Flugbetrieb wieder aufnehmen.

Dass die größte deutsche Fluggesellschaft, die noch bis Anfang der 1960er Jahre komplett in staatlicher Hand war, heute auch international zu den führenden Airline-Gruppen zählt, ist vor allem der Expansion in jüngerer Zeit geschuldet. So wurden seit Mitte der 2000er Jahre mehrere europäische Fluglinien übernommen, darunter Eurowings, Austrian Airlines und Swiss. Heute gehören zur Lufthansa Group fünf nationale Fluglinien, Ferienflieger wie Discover Airlines und Edelweiss, die Töchter Lufthansa Cargo und Technik sowie über 300 weitere Gesellschaften und verbundene Unternehmen.

Konzern und Airline werden umgebaut

Diese äußerst komplexe Struktur wird dem Kranich-Konzern von Kritikern immer wieder angekreidet. In ihren Augen sorgen sie für ineffiziente Produktionsprozesse, hohe Kosten und auch die Produktqualität leidet darunter. Dies hat nach Meinung von Experten dazu geführt, dass insbesondere die Kernmarke Lufthansa in den letzten Jahren immer weniger dem selbst gestellten Anspruch als Premium-Airline gerecht werden konnte, was zu Unzufriedenheit bei Kunden und Vertriebspartnern, aber auch den eigenen Mitarbeitern geführt hat. Und die Corona-Krise machte das alles selbstredend nicht besser.

Konnte sich der Konzern dank milliardenschwerer Staatshilfen einigermaßen unbeschadet durch die Pandemie manövrieren, hat das Team um Lufthansa-Chef Carsten Spohr jetzt umfassende Reformen eingeleitet. Zum strategischen Konzernumbau, der unter dem Projektnamen „Matrix Next Level“ bereits seit Jahren vorbereitet wurde, zählen auch schmerzhafte Einschnitte wie der Abbau von rund 4.000 Jobs. Bei Lufthansa selbst wiederum soll ein groß angelegtes „Turnaround“-Programm mit 700 Maßnahmen dafür sorgen, dass die Marke künftig wieder in die schwarzen Zahlen fliegt.

Viele Jubiläumsaktionen in diesem Jahr

Aber 2026 will Lufthansa nicht nur umbauen, sondern auch kräftig feiern. Das Unternehmen kündigt für das Jubiläumsjahr „eine Vielzahl von Aktivitäten und Veranstaltungen“ an, darunter eine permanente Ausstellung im neuen Konferenz- und Besucherzentrum am Heimatflughafen Frankfurt, zu der auch die zwei historischen Flugzeuge Junkers Ju 52 und Lockheed L-1649A Super Star gehören. Außerdem stellt die Airline sechs moderne Flieger in Jubiläums-Sonderlackierung sowie zwei weitere im Retro-Design in den Dienst.

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