Lufthansa prüft mehr Asien- und Afrika-Flüge

Ein Manager im Anzug steht auf einer Flugzeugtreppe vor einem historischen Lufthansa-Flugzeug. Das Flugzeug trägt den klassischen blauen und gelben Lufthansa-Schriftzug. Im Hintergrund ist auch ein Propeller zu sehen
Lufthansa-Chef Carsten Spohr, hier vor dem historischen Flieger Lockheed Super Star, ist mit dem Jahr 2025 zufrieden. Foto: Lufthansa

Dass viele Urlauber wegen des Nahost-Krise ihre Reisepläne ändern, bekommt auch Lufthansa zu spüren. Seit Ausbruch des Krieges am vergangenen Wochenende gebe es „eine stark steigende Nachfrage nach Langstreckenflügen vor allem auf Strecken von und nach Asien und Afrika“, teilte der Kranich-Konzern am Freitag im Rahmen seiner Jahresbilanz für 2025 mit. Daher prüfe man „die Aufstockung von Frequenzen, zum Beispiel nach Singapur, Indien, China und Südafrika“.

Zugleich blickt die Lufthansa-Gruppe mit Sorge auf die aktuelle Situation. Durch die Entwicklungen mit den verbundenen geopolitischen Folgen für die Weltwirtschaft steige „die mittel- und langfristige Prognoseunsicherheit“. So führe die Unterbrechung der Lieferketten auf der Straße von Hormus zu erhöhter Volatilität an den Ölmärkten.

Konzern erwartet „deutliche Ergebnissteigerung“

Insgesamt zeigt sich die Lufthansa Group für 2026 aber optimistisch. Nach dem „Übergangsjahr“ 2025, insbesondere für die Kernmarke Lufthansa, werde die Transformation des Unternehmens in diesem Jahr weiter an Dynamik gewinnen. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern erneut eine Umsatz- und „deutliche Ergebnissteigerung“. Dazu würden auch ein Kapazitätsausbau von rund vier Prozent bei den Passagierairlines und die fortschreitende Flottenerneuerung mit dem Ausbau von Premiumangeboten beitragen.

2024 hatte der Konzern für Lufthansa ein „Turnaround“-Programm mit 700 Einzelmaßnahmen gestartet, mit denen unter anderem der Flugbetrieb und die Produktqualität verbessert werden sollen. Dazu kommt das im Frühjahr startende Projekt „Fox“, um im Jubiläumsjahr zum 100-jährigen Geburtstag von Lufthansa Produkte und Service auf Langstreckenflügen deutlich aufzuwerten. Darüber hinaus wurden konzernweit Umstrukturierungen eingeleitet – darunter auch schmerzhafte Einschnitte wie der Abbau von rund 4.000 Jobs bis zum Jahr 2030.

Wachstum auf 135 Millionen Passagiere

Aber die guten Zahlen von 2025 scheinen den Kurs zu bestätigen. Laut Lufthansa-Chef Carsten Spohr konnte im Geschäftsjahr der operative Gewinn der Gruppe deutlich gesteigert werden, zugleich sei es das „umsatzstärkste Jahr unserer Geschichte“ gewesen.

Während der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent auf 39,6 Milliarden Euro stieg, wuchs der Gewinn von 1,6 auf zwei Milliarden Euro. Das Ergebnis lag allerdings mit 1,3 Milliarden Euro etwas unter dem Vorjahr (1,4 Milliarden Euro), was der Konzern auf Steuereffekte aus der Neubewertung von Verlustvorträgen zurückführte. Insgesamt beförderten die Passagier-Fluglinien der Lufthansa Group im vergangenen Jahr 135 Millionen Gäste, ein Plus von drei Prozent gegenüber 2024.