Lufthansa: Vergütung für Ancillaries?

Zusatzleistungen werden für Lufthansa immer wichtiger. Pflegetücher gibt es vorerst noch kostenlos
Zusatzleistungen werden für Lufthansa immer wichtiger. Pflegetücher gibt es vorerst noch kostenlos. Foto: Lufthansa

Die Lufthansa Group scheint sich den Reisebüros wieder annähern zu wollen. Zumindest sprach Sales Manager Alexander Karst beim gestrigen DRV Distribution Day zum Thema NDC in Frankfurt am Main erstmals öffentlich davon, Reisebüros für den Verkauf von Zusatzleistungen entlohnen zu wollen.

„Wir diskutieren gerade, wie wir attraktive Modelle entwickeln, um den Ancillary-Verkauf im Reisebüro zu fördern“, so Karst vor mehr als 100 Touristikern. Auch heute gäbe es schon „eine Vielzahl an kommerziellen Modellen“. Der Haken: In touristischen Reisebüros kommen diese selten an.

Der Aussage des LH-Managers waren umfassende Erklärungen zur New Distribution Capability (NDC) vorausgegangen. Grundlegend ins Thema eingeführt hatte Professor Stephan Bingemer von der International School of Management.

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Insgesamt kristallisierte sich während der Veranstaltung bei den meisten Teilnehmern die Meinung heraus, dass NDC mit der versprochenen neuen Vielfalt an Buchungsoptionen auch Reisebüros eine Chance biete, sich zu profilieren. Und zwar schon allein deshalb, um nicht vom Konkurrenten abgehängt zu werden.

Offen blieb aber fast bis zum Schluss die Frage, die bereits im März während des DRV-Reisebürotages in Düsseldorf aufgeworfen, aber nicht beantwortet worden war: Wie Reisebüros für den Mehraufwand entlohnt werden, der durch den Verkauf von Ancillaries entsteht.

Während Aerticket-Chef Rainer Klee noch die Ansicht vertreten hatte, der Mehraufwand sei nur über Beratungsgebühren zu kompensieren, sagte Karst nach hartnäckigem Nachfragen von DRV-Präsident Norbert Fiebig und DRV-Geschäftsführer Dirk Inger schließlich, dass Lufthansa über Entlohnungsmodelle nachdenke und auch mit den Reisebüros diskutieren wolle, welche Ancillaries man noch entwickeln könne.

„Der DRV und Lufthansa sind in engem Austausch“, betonte Karsts Kollege bei Lufthansa, Jürgen Siebenrock. Und ergänzte: „Wir sind ein klarer Partner des Vertriebs.“

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