Hurrikan Melissa verwüstet Jamaika: Flughafen wieder geöffnet

Satellitenbild eines Hurrikans über der Karibik, das den Wirbelsturm mit seinem klar erkennbaren Auge nahe Kingston, Jamaika, zeigt – farbcodierte Wetterkarte mit starken Niederschlägen und dichten Wolkenbändern über der Karibik, Haiti und der Dominikanischen Republik
Hurrikan Melissa hat über Jamaika gewütet. Foto: FrankRamspott/iStock

Hurrikan Melissa hat in der Karibik große Schäden angerichtet. Besonders stark betroffen ist Jamaika. Dort ist der Hurrikan der höchsten Kategorie 5 am Dienstag auf die Insel getroffen. Wie groß die Ausmaße der Verwüstungen sind, ist noch immer unklar. Die Regierung hat die Insel zum Katastrophengebiet erklärt. Besonders betroffen sind Parish St. Elizabeth, Montego Bay und St. James.

Seit Sonntag waren die beiden Flughäfen, Sangster International Airport in Montego Bay und Norman Manley International in der Hauptstadt Kingston, geschlossen. Am heutigen Donnerstag soll der kommerzielle Betrieb am Norman Manley International Airport wieder aufgenommen werden.Wie der Airport-Betreiber mitteilt, seien alle kritischen Infrastrukturen, einschließlich Start- und Landebahnen, Gebäude, Passagierbrücken, Sicherheitsinfrastrukturen und andere Ausrüstungen, gründlich inspiziert und für den Betrieb von Verkehrsflugzeugen und die Passagierabfertigung freigegeben worden. Allerdings könne es im gesamten Terminal und am Boden zu längeren Wartezeiten kommen, da die Fluggesellschaften daran arbeiten, den Rückstau an Flügen und Passagieren abzuarbeiten, heißt es.

Der Betreiber rät Passagieren, vor der Fahrt zum Flughafen, den Flugstatus bei der Fluggesellschaft zu bestätigen. Darüber hinaus sollten sie früher als üblich am Airport sein, um ausreichend Zeit für den Check-in, die Sicherheitskontrolle und die Einwanderungsprozesse zu haben. Zudem sollte auf Aktualisierungen der Abflug- und Ankunftszeiten geachtet werden.

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Wie Frank Grafenstein auf Anfrage mitteilt, sind aktuell etwa 25.000 Touristen auf Jamaika, darunter eine niedrige dreistellige Anzahl aus Deutschland. Grafenstein ist Inhaber der Agentur Neusta Grafenstein, die seit Januar dieses Jahres Jamaika auf dem DACH-Markt repräsentiert. Laut seiner Aussage hatte man sich auf der Insel sehr gut auf den Hurrikan vorbereitet. Es seien gute Notfallpläne erarbeitet worden. Allerdings müsse man die kommenden Tage und Wochen abwarten, bis ersichtlich sei, welche Schäden Hurrikan Melissa angerichtet habe.

Info-Bulletin für Vertriebspartner

Um Vertriebspartner zu unterstützen, hat das Tourist Board Visit Jamaica einige Informationen in einem Bulletin veröffentlicht. Behörden und Einsatzteams führten seit Mittwoch (Ortszeit) umfassende Bewertungen der touristischen Infrastruktur durch, heißt es. Sobald die Flughäfen wieder geöffnet seien, werde der Flugbetrieb schrittweise wieder aufgenommen. Besuchern werde empfohlen, sich bei ihrer Fluggesellschaft und ihrem Reiseberater über aktuelle Entwicklungen und Umbuchungen zu informieren.

Aktuelle Fluginformationen für den Sangster International Airport (MBJ) sind unter www.mbjairport.com zu finden, aktuelle Meldungen zum Norman Manley International Airport unter https://nmia.aero/flight-information/.

Weitere Informationen und aktuelle Meldungen werden auch auf der Webseite von Visit Jamaica  unter www.VisitJamaica.com/travel-alerts veröffentlicht.

Sandals sagt alle Famtrips ab

Die jamaikanische Hotelgruppe Sandals, die sieben Resorts auf Jamaika betreibt, hat indes sämtliche Famtrips in diesem Jahr abgesagt. „Schweren Herzens haben wir uns dazu entschlossen, alle unsere eigenen Famtrips für 2025 zu verschieben“, teilt Juliette Thronberens, Sales Manager Central Europe bei Sandals, auf ihrer Facebook-Seite mit. Derzeit liege der Fokus auf den Umbuchungen und der Betreuung der Gäste. „Alle, die bereits einen Platz auf einem Famtrip von mir hatten – sei es durch Einladung, Gewinn bei einer Jahrestagung oder eine andere Aktionen von mir – behalten ihren Anspruch. Wir werden die geplanten Reisen lediglich ins kommende Jahr verschieben.“

In einem weiteren Post verweist die Sandals-Managerin darauf, dass alle Gäste und Team-Mitglieder in Sicherheit sind. „Unser herzlicher Dank gilt allen Gästen, die gemeinsam mit unseren Teams sorgfältige Vorbereitungen getroffen und sämtliche Sicherheitsprotokolle in Jamaika befolgt haben. Eure Zusammenarbeit, euer Mitgefühl und euer Gemeinschaftsgeist haben in dieser herausfordernden Zeit Trost gespendet und die Stimmung gehoben“, schreibt sie. „Ebenso sprechen wir unseren tiefen Dank an unsere Teammitglieder in ganz Jamaika aus – für ihren außergewöhnlichen Einsatz und ihre Fürsorge, während sie ihre Verantwortung gegenüber den Gästen wahrgenommen und gleichzeitig ihre eigenen Familien und Gemeinden vom Sturm betroffen waren.“

Reiseveranstalter werden proaktiv informiert

Derzeit prüft das Kundenservice-Team von Sandals alle anstehenden Buchungen und bietet flexible Lösungen. Gäste mit Reservierungen in den nächsten zwei Wochen erhalten laut Thronberens Priorität. Man werde den Reiseveranstalter proaktiv informieren. „Wir bitten um Geduld und Verständnis, da wir derzeit ein erhöhtes Anrufaufkommen bewältigen.“

Darüber hinaus verweist Juliette Thronberens auf die Sandals Foundation. Diese habe bereits aktive Hilfsmaßnahmen auf der ganzen Insel eingeleitet. Wer sich an der Mission beteiligen möchte, kann dies unter www.sandalsfoundation.org tun. (uf)

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