Kanaren: Wertschöpfung für die Region

Die Kanarischen Inseln richten ihre Tourismusstrategie stärker auf Qualität, Nachhaltigkeit und höhere Wertschöpfung aus. Im Mittelpunkt steht der Strategieplan „Canarias Destino 2025–2027“, den Turismo de Islas Canarias unter Leitung von Generaldirektor Jose Juan Lorenzo umsetzt. Ziel ist es, den wirtschaftlichen Nutzen des Tourismus zu steigern, ohne die Besucherzahlen deutlich auszuweiten. „Unsere Strategie zielt nicht auf Wachstum bei den Urlauberzahlen, sondern auf mehr Qualität und Wertschöpfung für die Region“, betont Lorenzo.

Ansprache neuer Zielgruppen

Ein Mann im dunklen Anzug mit Krawatte steht mit verschränkten Armen vor einer modernen, weißen Wand. Sein Gesicht ist nicht erkennbar, im Fokus steht die Business-Kleidung und eine smarte Armbanduhr.
Jose Juan Lorenzo ist Generaldirektor von Turismo de Islas Canarias. Foto: Turismo de Islas Canarias

Ein wichtiger Bestandteil der Strategie ist die gezielte Ansprache neuer Zielgruppen. Künftig sollen verstärkt Reisende mit höheren Ausgaben, längeren Aufenthalten und größerem Umwelt- und Kulturbewusstsein gewonnen werden. Dazu zählen vor allem Gäste im Premiumsegment sowie Urlauber, die sich für Aktiv-, Wellness- und naturorientierte Angebote interessieren. Diese Zielgruppen passen laut Lorenzo besser zum Entwicklungsmodell der Kanaren, da sie zur wirtschaftlichen Stabilität beitragen und gleichzeitig sensibler mit Natur und Kultur umgehen.

Parallel setzt die Regionalregierung auf eine strikte Steuerung des touristischen Angebots. Für den Bau neuer Hotels gilt weiterhin ein Moratorium: Neues Bauland mit touristischer Zweckbestimmung darf nicht ausgewiesen werden. Auf bereits touristisch genutzten Flächen sind ausschließlich Vier- und Fünf-Sterne-Hotels erlaubt, die strenge Nachhaltigkeitskriterien erfüllen müssen. Diese Politik zeigt bereits Wirkung: Seit 2019 ist die Zahl der Hotel- und Apartmentbetten auf den Inseln um sieben Prozent zurückgegangen.

Neue Regelung für Kurzzeitvermietung

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Regulierung von Ferienwohnungen. Seit Dezember gilt auf den Kanaren eine neue gesetzliche Regelung für Kurzzeitvermietungen. Als erste Maßnahme wurden Genehmigungen für neue Ferienwohnungen ausgesetzt, gleichzeitig überprüfen die Behörden bestehende Lizenzen. Nur Unterkünfte, die alle gesetzlichen Vorgaben erfüllen, bleiben auf dem Markt.

Welchen Themen Jose Juan Lorenzo noch Bedeutung zumisst, in welche Bereiche investiert wird und wie sich die Gästezahlen im vergangenen Jahr entwickelt haben, lesen Sie in der touristik aktuell 4/2026 und im E-Paper.

Mit welcher Strategie die Balearen planen, lesen Sie in diesem Artikel.