Die geopolitische Lage beeinflusst die Urlaubsplanung vieler Deutscher spürbar. Sicherheit und politische Stabilität sind für mehr als die Hälfte der Reisenden inzwischen das wichtigste Kriterium bei der Wahl des Urlaubsziels. Das geht aus einer Umfrage der Reise-App Polarsteps und des Meinungsforschungsinstituts Dynata hervor.

Besonders deutlich zeigt sich der Trend beim Blick auf die USA: 65 Prozent der Befragten gaben an, wegen des politischen Klimas derzeit eher nicht in die Vereinigten Staaten reisen zu wollen. Damit ist die Skepsis in Deutschland stärker ausgeprägt als in Großbritannien oder Frankreich.
Insgesamt haben laut Umfrage 43 Prozent der Deutschen ihre Reisepläne bereits angepasst oder fühlen sich durch internationale Entwicklungen verunsichert. Dazu zählen etwa Umbuchungen, Stornierungen oder die bewusste Entscheidung für andere Reiseziele.
Skandinavien gewinnt, Fernreisen bleiben gefragt
Europa profitiert von dieser Entwicklung deutlich. Neun der zehn beliebtesten Reiseziele deutscher Urlauber liegen inzwischen auf dem Kontinent. Besonders gefragt sind Italien und Frankreich sowie die skandinavischen Länder Norwegen, Schweden und Dänemark. Vor allem Nordeuropa gewinnt weiter an Beliebtheit. Österreich hingegen verliert im Ranking und rutscht von Platz drei auf Platz sieben ab.
Auch bei Fernreisen zeichnen sich neue Favoriten ab. Australien, Kanada und Japan gehören laut Studie zu den größten Gewinnern. Ebenfalls zulegen konnten Sri Lanka, Malaysia und Singapur.
Trotz Inflation und wirtschaftlicher Unsicherheiten bleibt die Reiselust hoch. Die Hälfte der Befragten plant, ähnlich viel Geld für den Urlaub auszugeben wie im Vorjahr, 39 Prozent wollen sogar mehr investieren. „Urlaub bleibt Priorität – auch in unsicheren Zeiten“, sagt Polarsteps-CEO Clare Jones. Reisen und Erlebnisse hätten für viele Menschen weiterhin Vorrang vor anderen Ausgaben. Für die Studie wurden mehr als 2.400 Menschen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA befragt. Der vollständige „Summer Travel Trends Report 2026“ findet sich auf der Polarsteps-Website.


