Verkehr

Lufthansa muss weitere Rückschläge hinnehmen

Lufthansa macht nach wie vor turbulente Zeiten durch

Lufthansa macht nach wie vor turbulente Zeiten durch. Foto: Lufthansa

Die im August vorgelegten Pläne von Lufthansa, im Herbst wieder mit rund 50 Prozent der Flotte in der Luft zu sein, sind nicht realisierbar. Stattdessen stehen aufgrund der geringen Nachfrage in den nächsten Wochen zahlreiche Streichungen an.

Welche Routen betroffen sind, ist noch nicht bekannt. Vieles hängt dabei auch davon ab, welche Ziele das Robert-Koch-Institut in den nächsten Wochen und Monaten als Risikogebiet einstuft. Einziger Lichtblick aus Sicht der Touristikbranche: Aufgrund fehlender Geschäftsreisen rücken bei Lufthansa mehr denn je touristische Ziele in den Fokus.

Aktuell geht Lufthansa davon aus, in den nächsten Monaten nur rund ein Viertel des Angebotes aus Vor-Corona-Zeiten zu fliegen. Aus diesem Grund sei mit Flugplanänderungen „in erheblichem Umfang“ zu rechnen, heißt es.

Klage wegen Refunds
Parallel dazu rücken der Airline nun auch die Verbraucherschützer auf den Leib. Abgesehen von weiter ausstehenden Rückzahlungen informiere die Fluggesellschaft ihre Kunden nach wie vor nicht über ihre Rechte, hieß es in einer Abmahnung durch die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Da Lufthansa auf diese Abmahnung nicht reagiert habe, sei nun Klage beim Landgericht Köln erhoben worden, berichtet die Zentrale. Ein Verhandlungstermin steht bislang noch nicht fest.

Angaben von Lufthansa zufolge hat die Airline inzwischen an über 6,6 Millionen Kunden Tickets im Wert von knapp drei Milliarden Euro erstattet. Das klingt gut, reicht aber aus juristischer Sicht nicht aus. Denn nach wie vor sind noch rund 900.000 Vorgänge offen.

Kein Bedarf an jungen Piloten
Wie dramatisch die Lage bei Lufthansa ist, zeigen nicht nur die obigen Zahlen und das geplante Ausmustern von rund 150 der einstmals 760 Maschinen: Gerade wurde bekannt, dass die Airline nun sogar ihre Flugschule in Bremen schließen möchte. Dort werden gerade 700 Flugschüler zu Piloten ausgebildet, die Job-Aussichten für sie sind jedoch miserabel: Der Nachwuchs wurde „dringend aufgefordert“, sich einen anderen Job zu suchen. Denn man habe „auf Jahre hinaus" keinen Bedarf an jungen Piloten.

Schulbetreiber Lufthansa Aviation Training (LAT) will die Ausbildung trotz allem fortführen, wenn es Interesse dafür gibt. Das Problem für die Schüler: Auf sie kommen möglicherweise Kosten zwischen 60.000 und 80.000 Euro zu, die sie an Lufthansa zurückzahlen müssen.