TSS-Chef Molina: Branche muss sich „zusammenraufen“

Messestand TSS Group: Mann vor Empfangstresen, Bildschirm mit Firmenlogo, Plakat
Manuel Molina auf dem Stand seiner TSS-Kooperation während der ITB 2023 in Berlin. Foto: mg

Die Touristikbranche muss ihre Außendarstellung deutlich verbessern, die Werbung für das Produkt Pauschalreise ankurbeln und Streitthemen nach innen verlagern. Davon ist der Gründer und Chef der Reisebüro-Kooperation TSS, Manuel Molina, überzeugt.

Aus seiner Sicht ist das Bild der Branche nach außen aktuell „erbärmlich“. Im Blick hat der Inhaber einer der größten deutschen Reisebüro-Organisationen dabei die jüngsten Rückschläge durch Insolvenzen wie die von FTI Touristik und Thomas Cook, streitende Verbände, Datenskandale und Ärger mit der EU-Pauschalreiserichtlinie. „Es ist an der Zeit, dass wir uns zusammenraufen, eine einheitliche Stimme gegenüber der Politik haben und Werbung in eigener Sache machen“, so Molina im Interview mit touristik aktuell.

„Guter Ansatz“: Initiative Pauschalreise

Einer der Ansätze sei dabei die Initiative Pauschalreise, die von TSS aktiv unterstützt wird.

„Auch wenn es schon wieder die ersten Kritiker und Skeptiker gibt: Wir müssen proaktiv werden und den Endverbrauchern zeigen, was für tolle Produkte wir haben und welche Vorteile sie im Vergleich zum Direktbuchen einzelner Bausteine bieten“, betont Manuel Molina. 

Aus seiner Sicht müsste „das tolle Produkt Pauschalreise“ aktiver beworben werden – und zwar über alle Kommunikationskanäle hinweg. „Das wird bislang viel zu wenig genutzt – unsere TSS-Kampagne im vergangenen Jahr war die erste seit Jahren.“ Die Branche müssen gemeinsam um Kunden kämpfen.

Lobby-Arbeit muss besser werden

Gleichzeitig fordert Molina, dass die Lobby-Arbeit der Branche besser wird. Das Beispiel Pauschalreiserichtlinie zeige, was passieren könne: „Hätten wir uns vor 15 Jahren aktiver damit beschäftigt, sähe die Lage jetzt besser aus.“ Lobby-Arbeit koste Geld, aber das müsse man aufbringen. Nur dann könne sie erfolgreicher werden. 

Als Kritik an den DRV will der TSS-Chef die Aussage allerdings nicht verstanden wissen. „Ich habe großen Respekt vor jenen, die sich in Verbänden engagieren. Hut ab! Die Frage ist aber, was es bringt?“ Aus Molinas Sicht ist die Verbandslandschaft der Branche zu zersplittert – und sie sei „arm“. Ein Blick in andere Branchen zeige: „Verbände, die finanziell stark sind, leisten oft sehr erfolgreichere Lobby-Arbeit als die Touristik.“

Interview in touristik aktuell

Was Manuel Molina zur Entwicklung von TSS, zur Preisentwicklung und dem Verhältnis zwischen Reisebüros und Veranstaltern sagt, lesen Sie im Interview in der aktuellen Ausgabe von touristik aktuell (ta 21/25). Das Heft kann auch als E-Paper gelesen werden. 

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