URV setzt auf Digitalisierung und neue Partnerschaften

Mit einem optimistischen Blick auf das laufende Touristikjahr eröffnete Alexander Piwonski am Dienstagmorgen seine letzte Pressekonferenz auf der ITB Berlin. Der langjährige Vertriebsleiter der Union Reiseversicherung übergibt zum 1. April die Geschäfte an Stefan Kirchner, der im Oktober von der Allianz zum Unternehmen gewechselt war.

Der Versicherer blickt auf ein stabiles Beitragsniveau zurück, trotz einiger Herausforderungen. Mehr als 70 Vertriebspartner hatten im vergangenen Jahr ihr Reisebüro aufgegeben. Dass das Ergebnis dennoch stabil gehalten werden konnte, liegt laut Piwonski unter anderem an einer gesteigerten Nachfrage nach Jahrespolicen sowie an einem Wachstum im Bereich Bus- und Ferienhaustouristik um jeweils knapp 20 Prozent. Zudem habe man 19 Reiseveranstalter als Partner gewinnen können und eine Kooperation mit dem Reisebüro-Verbund Alpha Reisebüro Partner geschlossen. Das werde sich positiv auf das laufende Jahr auswirken, so Piwonski.

Vier Personen stehen nebeneinander vor zwei blauen Roll-up-Bannern der URV/Finanzgruppe. Zwei Männer im Anzug mit Namensschildern werden von zwei sportlich gekleideten Frauen flankiert. Davor steht ein blauer Liegestuhl mit der Aufschrift „Sicher entspannen! URV“.
Die Markenbotschafterinnen Louisa Lippmann (in der Mitte links) und Linda Bock mit den URV-Managern Stefan Kirchner (links) und Alexander Piwonski. Foto: Lucas Illinger/URV

Kooperation mit Esim-Anbieter Sparhandy

Weiteren Schwung erhofft sich der Versicherer durch eine verstärkte Digitalisierung der Services, wie Stefan Kirchner ankündigte. „Wir befinden uns mitten in einer Transformation“, sagte er. „Wir wollen dort automatisieren, wo es Sinn macht, zum Beispiel bei einfachen Fällen, bei denen die Sachlage klar ist.“ Bei komplexen Fällen setze man weiter auf persönliche Ansprechpartner.  „Aus unserer Sicht muss es im Versicherungsfall menscheln, gerade im B2B-Bereich“, fügte Piwonski hinzu, machte aber keinen Hehl daraus, dass man deutlich schneller und effizienter werden wolle.

Kirchner verwies unter anderem auf die neue Kooperation mit Air Doctor. Darüber hinaus kündigte er ab Ende März eine Zusammenarbeit mit dem Esim-Anbieter Sparhandy an, der URV-Kunden einen Rabatt in Höhe von zehn Prozent bietet.

Vor allem die Kooperation mit Sparhandy kam bei den Markenbotschafterinnen Louisa Lippmann und Linda Bock gut an. Die beiden Beachvolleyballerinnen, die bei der vergangenen Weltmeisterschaft Platz 9 belegten, werden von der URV auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles begleitet. Sie seien viel unterwegs, erklärte Louisa Lippmann und hätten in der Vergangenheit viel Ärger beispielsweise mit Flugausfällen und verloren gegangenen Gepäckstücken gehabt, sagte sie. Daher freue sie sich über das Sponsoring eines Reiseversicherers.  

Erinnerungen an ITB-Highlights

Alexander Piwonski nutzte die Gelegenheit des Pressegesprächs, um sich bei Kollegen und Wegbegleitern zu bedanken. Er erinnere sich an zahlreiche ITB-Highlights, unter anderem an eine legendäre Party bei Schauinsland-Reisen, „bei der wir bis um 4 Uhr morgens gefeiert haben und um 8 Uhr wieder in der S-Bahn saßen“. Ein weiteres Highlight sei eine besondere Marketing-Aktion gewesen, die die Halle 25 lahmgelegt habe. Man habe Teddybären verteilt, auf deren T-Shirt ein Foto des jeweiligen Standbesuchers gedruckt war. „Die Leute standen quer durch die Halle Schlange, sodass wir die Aktion schließlich abbrechen mussten“, sagte er schmunzelnd.

Der 65-Jährige begleitet Stefan Kirchner noch bis Ende des Jahres, bevor er sich in den Ruhestand begeben wird. Auf diesen freue er sich, vor allem auf die Zeit mit seinen Enkelkindern und seinen Hobbys Golfspielen und Motorradfahren.

Zahlen: Die Beitragseinnahmen der URV lagen 2025 im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert bei 83,9 (2024: 84) Millionen Euro. Die Reiserücktrittsversicherung bleibt mit 82,4 (82,7) Millionen Euro beziehungsweise rund 98 Prozent am Gesamtvolumen wichtigstes Umsatzstandbein. Die Bruttoaufwendungen stiegen laut URV für Versicherungsfälle auf 64,4 (62,9) Millionen Euro.