VUSR-Zukunftsforum: Was die Politik angehen muss

Marija Linnhoff, Chefin des Reisebüro-Verbands VUSR, steht mit einem Mikrofon in der Hand an einem Tisch in einem Konferenzraum und redet
Zufrieden mit der großen Resonanz und der aktiven Beteiligung der Reisebüros: VUSR-Chefin Marija Linnhoff. Foto: mg

Die Politik hat mit Blick auf den Tourismus „einiges zu tun in den nächsten Monaten“. Das war die zentrale Botschaft einer Keynote von Thorsten Schick, Fraktionsvorsitzender der CDU-Landtagsfraktion, während des heutigen „Zukunftsforums“ des Reisebüro-Verbands VUSR am Flughafen Düsseldorf.

Im Detail ging Thorsten Schick dabei auf die zunehmende Bürokratie für die Branche, die hohen Auflagen für den Flugsektor und die Belastungen durch den Deutschen Reisesicherungsfonds ein. Der müsse natürlich die Absicherung für die Kunden garantieren, müsse sich aber für die Veranstalter im Rahmen halten und bezahlbar bleiben. Von den am Event teilnehmenden Veranstaltern erhielt er dafür kräftigen Applaus und gleich einen Auftrag mit auf den Weg: „Die Halbierung der Ein-Prozent-Regelung ab Mai wäre schon mal ein erster Schritt“, so Alltours-Vertriebschef Georg Welbers.

„Reisebüros auch für Innenstädte wichtig“

Für die Zukunft der Reisebüros zeigte sich der Politiker sehr optimistisch. Die Expertise der Reisebüros werde weiterhin wichtig sein, zumal auch am Counter die Digitalisierung voranschreitet und „auf der Höhe der Zeit ist“.

Gleichzeitig denkt Schick an die Rolle der Reisebüros für die Urbanität, vor allem in Fußgängerzonen großer Citys: „Reisebüros sind für Innenstädte ein unglaublicher Gewinn“, so Thorsten Schick. Auch deshalb müsse die Politik aktiv werden und den Tourismus, speziell den klassischen Vertrieb, unterstützen.

Schlussabrechnung: Kritik an rückwirkenden Änderungen

Verständnis zeigte Schick mit Blick auf Hinweise von Reisebüros, dass die aktuellen Prüfungen zur Überbrückungshilfe eine massive Herausforderung für die Branche darstelle. „Da sind wir wieder beim Thema Bürokratie. Im Fall der Schlussabrechnung hängen wir an den Bestimmungen des Bundes. Und das Finanzministerium hat die Zügel deutlich angezogen“. Das sei auch eine Art Reißleine gewesen, gestand Schick.

Genau dieses Anziehen der Zügel ist aktuell das größte Problem für viele Reisebüros. „Die rückwirkend mehrmals verschärften Regelungen sind nicht nur rechtlich fragwürdig, sondern sorgen für einen Berg an Mehrarbeit in vielen Reisebüros und eine große finanzielle Unsicherheit“, monierte unter anderem Axel Duhr vom ADAC Reisebüro in Iserlohn.

80 Teilnehmer bei Event am Düsseldorfer Flughafen

Einen weiteren Bericht über das VUSR-Zukunftsforum, an dem aktuell rund 80 Reiseverkäufer und Vertreter von Leistungsträgern teilnehmen, finden Sie am Freitag auf dieser Homepage. Die Tagung ist hochrangig besetzt: Mit dabei sind neben vielen Reisebüro-Inhabern unter anderem Top-Manager von Dertour, Alltours, Schauinsland-Reisen, Aida Cruises, Bentour und LMX Touristik sowie führende Vertreter aus dem Vertrieb, etwa von Best-Reisen (Cornelius Meyer), TUI Reisecenter (Ilka Lauenroth) und Solamento (Sascha Nitsche). Im Mittelpunkt des Events steht die vielfältige Kritik des Vertriebs an Dingen, mit denen sie bei Leistungsträgern unzufrieden sind.

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