Afrikas Arche Noah

Breitmaulnashörner gelten inzwischen als gefährdete Spezies.
Löwen sind ebenfalls von der Wilderei bedroht.

Geduckt gehen wir weiter, schreiten auf Samtpfoten wie ein Leopard voran, nutzen jeden Busch als Deckung. Dann tauchen flackernde Ohren im Dickicht auf. Bruce, der dominante Bulle, und seine Begleiter Jemma und Mikey sind drei der Breitmaulnashörner, die inzwischen im Okavangodelta zu Hause sind.

Das 20.000 Quadratkilometer große Feuchtgebiet ist ein Refugium für Tier- und Pflanzenarten. Im Sommer wurde es zum 1000. Welterbe der Unesco erklärt, die Trophäenjagd ist verboten. Wer hier per Boot, Kanu oder Geländewagen unterwegs ist, wähnt sich in einer gigantischen Arche Noah. Riesige Herden von Elefanten und Büffeln streifen durch den Busch, dazu eine gesunde Population von Löwen und Leoparden.

Die Nachrichten aus dem Rest Afrikas sind weniger ermutigend. „Die Wilderei wird zur Epidemie: Wir verlieren fünf Löwen am Tag und fünf Elefanten in der Stunde“, sagt ‧Dereck Joubert, der mit seiner Frau Beverly als Filmemacher arbeitet und unter der Marke Great Plains Conservation Safaricamps betreibt. Rhinozerosse sind besonders bedroht: Breitmaul- und Spitzmaulnashorn gelten inzwischen als gefährdete Spezies.

Anzeige

„Wir müssen sofort handeln, um ihr Überleben zu sichern“, meint Beverly Joubert. Bei dem von den Safariunternehmen And Beyond und Great Plains Conservation gestarteten Projekt „Rhinos Without Borders“ sollen nun 100 Nashörner von den höchsten Risikogebieten Südafrikas nach Botswana umgesiedelt werden.

Das Budget von acht Millionen US-Dollar ist noch nicht finanziert, doch der Anfang ist gemacht: Im März werden die ersten 25 Tiere ihren Flug ins Delta antreten. Ein ausgeklügeltes System der Überwachung soll sicherstellen, dass die Nashörner in ihrer neuen Heimat besser geschützt sind.

„In Botswana gibt es den politischen Willen, die Tierwelt zu bewahren“, sagt Map Ives, der für Wilderness Safaris arbeitet und auch alle Nashorn-Projekte des Landes koordiniert. Unter seiner Regie wurden in den vergangenen 15 Jahren bereits etwa 50 Tiere ins Delta transportiert. Wohin genau bleibt ein Geheimnis, dass sich die Tiere wohlfühlen aber nicht: „Sie haben ihren neuen Lebensraum gut angenommen. Inzwischen gibt es 100 Nashörner.“ Mit „Rhinos Without Borders“ würde sich die Population der wild lebenden Tiere verdoppeln.

Newsletter

Newsletter - Touristik aktuell – Reportagen und Analysen für die Reisebranche

Bildergalerien

Schauinsland-Reisen Partner Jahrestagung im Athena Royal Beach Hotel auf Zypern, 11. bis 14. Dezember

Zukunftsthemen, Workshops, Networking: Rund 250 Touristiker waren zu der Jahrestagung von Schauinsland-Reisen Partner nach Zypern gereist. Impressionen von der spannenden Jahrestagung.

Meistgelesen

Qatar Airways streicht Deutschland-Flüge

Qatar Airways reduziert ihr Flugangebot nach Deutschland ab März 2026 deutlich. Insgesamt neun wöchentliche Verbindungen fallen weg, mit Einschnitten vor allem in Berlin, Düsseldorf und Frankfurt. Hintergrund sind Kapazitätsanpassungen und Wartungsarbeiten am Flughafen Doha.

Reiseprofi startet Petition gegen Cashback-Modelle

Ein Reisebüro-Inhaber aus Bergedorf ruft Kollegen zur Unterstützung auf. Nach einer erfolgreichen Branchenpetition nimmt er nun ein weiteres Thema ins Visier – eines, das seiner Meinung nach viele Reisebüros zunehmend unter Druck setzt.

Schauinsland knackt Zwei-Millionen-Marke

Schauinsland-Reisen erreichte 2024/2025 erstmals über zwei Millionen Kunden und steigerte den Umsatz um 11,5 Prozent. Wachstumstreiber waren Thailand, die Malediven und weitere Zielgebiete. Neue Kundensegmente und Synergien entstehen durch die Integration von Explorer.

Bistro Portal: Reiseexpertin startet Petition

Die geplante Abschaltung der Funktion „Nur Hotel“ im Bistro Portal sorgt für großen Unmut in Reisebüros. Eine Münchner Reiseexpertin startete eine Petition, die bereits über 1.300 Unterstützer hat – viele fürchten deutliche Nachteile durch die neue Maske „Hotels & Mehr“.

Mietwagen: Starcar steht vor dem Aus

Der Autovermieter Starcar steht vor der Abwicklung, da bislang kein Investor gefunden wurde. Etwa 600 Arbeitsplätze könnten betroffen sein. Trotz Insolvenz läuft der Betrieb an den Standorten vorerst weiter, jedoch sind Einschränkungen ab Januar 2026 geplant.

Risk Map 2026: Wo Reisen besonders gefährlich ist

Safeture und Riskline haben ihre neue Risk Map 2026...
×