Da ist etwas im Busch

Auf geht's zur Walking Safari. Die Profi-Ranger weisen die Neulinge ein
Auf geht’s zur Walking Safari. Die Profi-Ranger weisen die Neulinge ein. Foto: hb
Abgeschiedene Idylle: eine Schlucht im Krüger-Nationalpark
Abgeschiedene Idylle: eine Schlucht im Krüger-Nationalpark. Foto: hb

Eine Uhr braucht man nicht. „Wir leben hier im Takt der Trommel“, sagt Guide Norman Chauke zur Begrüßung. Ein Trommelwirbel weckt einen also kurz vor Sonnenaufgang, ruft zum Frühstück und später zur Pirschfahrt oder zur Walking Safari. Auch das Smartphone kann man getrost vergessen: Es hat hier nämlich gar keinen Empfang. Dafür schärft man seine Sinne für die Wunder der Natur.

Der Krüger, Südafrikas größter Nationalpark, lässt sich klassisch bei einer Selbstfahrer-Safari oder einer geführten Tour erleben. Dann übernachtet man günstig in den staatlichen Rest Camps oder gönnt sich für ein bisschen mehr Komfort einen Lodge-Aufenthalt in einer der privaten Konzessionen. Dort dürfen die Guides den Tieren bei ihren Pirschfahrten auch abseits der Pisten folgen. Ein Sonderfall ist das Makuleke-Areal im Nordosten, wo der Fluss Limpopo die Grenze zu Mosambik und Simbabwe bildet. Hier werden zu fixen Terminen einwöchige Ranger-Kurse für Touristen angeboten. Im rustikalen Zeltcamp hat jedes der Zweier-Chalets Dusche und WC, aber keinen Strom. Das Ziel ist, eins mit der Natur zu werden. Das beginnt damit, immer die Augen offen zu halten: Weil es keine Zäune gibt, wandern gerne mal Elefanten durchs Camp.

„Die Ausbildung zum Professional Field Guide dauert zwar eigentlich ein komplettes Jahr“, sagt Norman Chauke. Der junge Mann hat das Training selbst durchlaufen und ist inzwischen nicht nur ein Experte fürs Spurenlesen, sondern auch für das Führen von Gästen zu Fuß qualifiziert. Doch man kann als Tourist auch nur mal reinschnuppern. Einige Tage lang zeigen einem dann die Instruktoren bei Pirschfahrten und Wanderungen die Wildnis. Mit Präsentationen informieren sie über die vielen Facetten des Schutzgebiets. Ein „Sleep Out“, also eine Nacht unter dem Sternenhimmel Afrikas, setzt dem Abenteuer das Sahnehäubchen auf.

Der Busch im Makuleke-Areal ist dicht: Wer einen Leopard erspäht, hat Glück. Doch beim Ranger-Training geht es auch nicht ums Abhaken der „Big Five“. Der Krüger-Nationalpark ist in etwa so groß wie Sachsen-Anhalt oder Rheinland-Pfalz und aufgrund seiner Dimension sehr artenreich. Forscher haben 147 Säugetierarten gezählt, 507 Vogelarten, 114 Reptilien- und 34 Amphibienarten. Die imposanten Baobabs und die viele Tausend Jahre alten Ahnenbäume sind nur zwei der insgesamt 336 Baumarten. Da gibt es viel zu entdecken und zu lernen.

Anfangs vermittelten nur Afrika-Spezialveranstalter die Schnupperkurse. Nun wildert FTI in deren Revier: Die Münchner haben eine entsprechende Tour in den Katalog genommen. „Wir erleben, dass ein guter Teil der Südafrika-Reisenden nicht mehr nur im Bus sitzen und anschauen möchte, sondern aktiv an Hintergründen interessiert ist“, sagt Ulrike Schäfer, Group Head of Africa bei FTI Touristik. „Das Paket verbindet eigenständiges Erfahren und Erlernen mit Urlaubsvergnügen.“ Erstbesuchern empfiehlt sie zwar weiterhin die klassischen Touren. Das Ranger-Training ist dann für jene, die wild sind auf Afrikas Wildnis.

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