FTI-Insolvenz: Bayerns Grüne kritisieren Steuergeldverschwendung

Person am Laptop mit Taschenrechner
Nach derzeitigem Stand werden FTI-Gläubiger, ausgenommen Pauschalreisekunden, nur wenig Geld zurückerhalten. Foto: ijeab/iStock

Die bayerischen Grünen haben die im Zuge der Corona-Pandemie gewährte Bürgschaft Bayerns an FTI als Verschwendung von Steuergeldern kritisiert. Das berichtet die Deutsche Presse Agentur (DPA).

Dem Bericht zufolge hatte der Freistaat Bayern dem Reisekonzern einen Betriebsmittelkredit von knapp 193 Millionen Euro garantiert. „Nun ist es leider so weit, knapp 200 Millionen Euro Landesbürgschaft sind unwiederbringlich in den Wind geschossen“, zitiert DPA den Grünen-Landtagsabgeordneten Ludwig Hartmann.

„Teure lebensverlängernde Maßnahme“

Hartmann fordert laut DPA zudem eine restriktivere Bürgschaftspolitik des Freistaats. „Die CSU darf nicht länger eigenmächtig in ihrer Blackbox darüber entscheiden, mit hohen Steuersummen auf wirtschaftlich tote Pferde zu setzen.“ Die Bürgschaft sei laut Hartmann lediglich eine teure lebensverlängernde Maßnahme gewesen.

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Laut dem bayerischen Wirtschaftsministerium ist der verbürgte Kredit teilweise besichert. Wie viel Geld der Freistaat durch das Insolvenzverfahren zurückbekommt, ist unklar, jedoch dürfte die Rückerstattung nicht allzu hoch ausfallen. Insolvenzverwalter Axel Bierbach von der Münchner Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen hatte während eines Pressegesprächs erläutert, dass er mit einer sehr niedrigen Quote rechne. Denn der Schuldenberg des Konzerns ist gewaltig.

Eine Milliarde Euro Schulden

Auf etwa eine Milliarde Euro schätzt Bierbach die Höhe der Verbindlichkeiten allein der FTI Touristik GmbH. Welche Vermögenswerte diesen gegenüberstehen, ist noch unklar.

Am 1. September hatte das Amtsgericht München das Insolvenzverfahren eröffnet. Seitdem können Gläubiger ihre Forderungen zur Insolvenztabelle anmelden.

DRSF: Mehr als 150.000 Verbraucher bislang kontaktiert

Der Erstattungsprozess des Deutschen Reisesicherungsfonds (DRSF) für Pauschalreisekunden läuft indes nach einigen Startschwierigkeiten seit Mitte August. Einem Sprecher zufolge liege man „weiterhin voll auf Kurs“. Man plane, in diesem Herbst den Großteil der Erstattungen auszuzahlen. Derzeit seien „deutlich“ mehr als 150.000 Verbraucher vom DRSF kontaktiert worden. Der Großteil habe bereits einen Antrag gestellt. Die Auszahlungen liefen planmäßig, hieß es am Dienstag einmal mehr vom DRSF. (uf)

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