Update 15.20 Uhr
Der erneute Pilotenstreik am Donnerstag und Freitag dieser Woche könnte glimpflicher ablaufen als zunächst erwartet. Laut einem von Lufthansa am Mittwochnachmittag bekannt gegebenen Sonderflugplan können mehr als 50 Prozent des ursprünglich geplanten Programms angeboten werden. Bei Langstreckenverbindungen liege der Anteil sogar bei 60 Prozent, heißt es in einer Mitteilung des Lufthansa-Konzerns.

Viele Piloten freiwillig im Dienst
Möglich wird das laut Unternehmen durch viele Pilotinnen und Piloten, die sich freiwillig gemeldet und am Donnerstag und Freitag im Einsatz sein werden. Zusätzlich werden zahlreiche Flüge von und zu den Drehkreuzen Frankfurt und München von anderen Fluggesellschaften der Lufthansa Group sowie von Partner-Airlines übernommen. Zudem sollen an den Streiktagen größere Flugzeuge zum Einsatz kommen. Momentan geht die Kranich-Airline davon aus, ab Samstag (14. März) weitgehend wieder den regulären Flugplan anbieten zu können.
Im andauernden Tarifstreit mit Lufthansa hatte die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) am gestrigen Dienstag wieder kurzfristig zu Streiks aufgerufen. Von Donnerstag (12. März) ab Mitternacht an werden die Piloten von Lufthansa Passage und Lufthansa Cargo 48 Stunden lang die Arbeit niederlegen. Einen Tag lang wird am Donnerstag auch Lufthansa Cityline bestreikt.
Lufthansa teilte nun mit, dass die Regionalflug-Tochter nach aktuellem Stand bereits am Freitag wieder nahezu das komplette Flugprogramm anbieten kann. Die neue Fluglinie Lufthansa City Airlines, die Cityline in Zukunft nach und nach ersetzen soll, ist nicht betroffen und wird sowohl am Donnerstag als Freitag planmäßig fliegen.
Nur ein Nahost-Flug betroffen
VC hatte außerdem angekündigt, Flüge in den Nahen Osten aufgrund der aktuellen Krise rund um den Iran-Krieg vom Streikaufruf auszunehmen. Tatsächlich betrifft das im Streikzeitraum aber nur einen einzigen Flug, wie Lufthansa klarstellt: von Frankfurt nach Riad in Saudi-Arabien, der für den morgigen Donnerstag geplant ist.
Der Kranich-Konzern weist zudem darauf hin, dass Fluggäste aktiv per E-Mail benachrichtigt werden, falls ihr Flug bestreikt werden sollte. Gäste, die nicht kontaktiert werden, könnten vorerst davon ausgehen, dass ihr Flug nicht betroffen sei. Reisende sollten daher ihre hinterlegten Kontaktinformationen aktuell halten und sich außerdem zu ihrem Flugstatus auf der Website und in der Lufthansa-App informieren.
Bislang keine Bewegung im Tarifstreit
Hintergrund der Arbeitskampfmaßnahmen sind die festgefahrenen Tarifverhandlungen zur betrieblichen Altersversorgung der Piloten bei Lufthansa sowie ein Tarifstreit über Vergütungsfragen bei Lufthansa Cityline. Schon vor einem Monat kam es zu einem eintägigen Streik bei der Kernmarke, zwischenzeitlich hatten auch die VC-Mitglieder bei Cityline in einer Urabstimmung Arbeitskampfmaßnahmen zugestimmt.
„Wir hätten eine weitere Eskalation sehr gerne vermieden“, sagt VC-Präsident Andreas Pinheiro. „Aber es liegt weiterhin kein Angebot vor. Es hilft nicht, wenn die Gegenseite nur Gesprächsbereitschaft signalisiert, aber nicht über substanzielle Verbesserungen der betrieblichen Altersversorgung sprechen möchte.“ Die Gewerkschaft sei aber weiterhin gesprächsbereit.
Flugausfälle auch bei Brussels Airlines
Aber auch die belgische LH-Tochter Brussels Airlines ist von Streiks betroffen. Weil Beschäftigte von Abfertigungsunternehmen und Sicherheitsdienstleister Donnerstag (12. März) am Flughafen Brüssel die Arbeit niederlegen, werden alle Flüge, die zwischen dem 11. März um 21 Uhr und dem 13. März um 3 Uhr in Brüssel starten sollten, gestrichen. Zudem entfällt ein erheblicher Teil der Ankünfte, die für Donnerstag vorgesehen waren.
Und der nächste Streik im Lufthansa-Konzern könnte bald folgen: Auch bei der Tochter Eurowings läuft gerade eine Urabstimmung.


