Ägypten: Verramschen ist keine Lösung

Empfang für deutsche Nil-Kreuzfahrer: Nubier in Assuan
Empfang für deutsche Nil-Kreuzfahrer: Nubier in Assuan. Foto: mg

Ägypten steuert aus dem deutschen Markt heraus auf ein erfolgreiches Jahr zu: Bis Ende August reisten 645.000 Bundesbürger in das Land. Dies bedeutet ein Plus von 19,3 Prozent. Damit erscheint es realistisch, dass Ägypten bis zum Ende des Jahres rund eine Million Gäste aus Deutschland begrüßen wird.

„Wir sind mit der Entwicklung sehr zufrieden. Der Trend zeigt aufwärts“, freut sich Tamer Marzouk, der seit Mai die Tourismusabteilung der Ägyptischen Botschaft in Berlin leitet. Sein Dank gehe „an die deutschen Veranstalter und Reisebüros, deren Vertrauen in die Destination Ägypten“ maßgeblich zu den positiven Zahlen beitragen würde.

Ziel von Marzouk ist es, 2016 das Niveau des Rekordjahres 2010 zu knacken. Damals reisten 1,3 Millionen Deutsche nach Ägypten. Die touristischen Voraussetzungen dafür sind gut: Experten zufolge stehen im Winter rund eine Million Flugsitze aus dem deutschen Markt zur Verfügung. Vor einem Jahr waren es lediglich 600.000.

Auch preislich will Ägypten im nächsten Jahr wieder auf das frühere Niveau kommen. In der bevorstehenden Wintersaison liegen die Preise um rund fünf Prozent unter denen des Vorjahres, zum Teil sind es sogar bis zu zehn Prozent.

Dies könne auf Dauer jedoch nicht so bleiben, betont Marzouk im Interview mit touristik aktuell (siehe ta 38/15). Denn am Ende profitiere niemand von der Dumping-Politik. „Im Gegenteil: Wir irritieren und verunsichern unsere Kunden, wenn wir ein qualitativ hochwertiges Urlaubsprodukt zu Billigstpreisen anbieten.“ Aus seiner Sicht sei dies „keine Strategie, sondern kurzfristiges und kurzsichtiges Handeln“, so Marzouk.