WM-Serie Ghana: Riesensee, Regenwald und Dancing Pallbearers

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Grafik mit einem Fußball auf einem hellblauen Hintergrund, umgeben von Linien, die ein Spielfeld darstellen, und der Zahl drei.

Von zahmen Krokodilen über einen der größten künstlichen Seen der Welt bis hin zu einem Spaziergang in den Baumwipfeln des Regenwaldes. Ghana an der Westküste Afrikas ist bei Urlaubern auch aus Deutschland noch relativ unbekannt.

Das Land verzeichnete 2025 laut der Ghana Tourism Authority (GTA) insgesamt 1.306.962 Besucher. Doch die meisten waren Geschäftsleute. Urlaubs- und Freizeitreisen machten lediglich 20 Prozent der Ankünfte aus. Laut der GTA sind die Hauptquellmärkte die USA (155.289 Besucher), Nigeria (136.552) und das Vereinigte Königreich (56.588).

Erfolgreiche Black Stars

Ghana gehört zu den erfolgreichsten Fußballnationen Afrikas. Die „Black Stars“ nahmen mehrfach an Fußball-Weltmeisterschaften teil und erreichten 2010 in Südafrika als erst dritte afrikanische Mannschaft überhaupt das Viertelfinale einer Weltmeisterschaft. Besonders nervenaufreibend verlief das Viertelfinale gegen Uruguay, das Ghana erst im Elfmeterschießen verlor. Und auch bei der Weltmeisterschaft in den USA feierten die Black Stars einen gelungenen Auftakt: Sie besiegten Panama mit 1:0 und rangen England ein 0:0 ab.

Als britische Kolonie trug das Land einst den Namen Goldküste, benannt nach dem Goldstaub an der afrikanischen Westküste. 1957 erlangte das Land als „Ghana“ seine Unabhängigkeit. Noch heute gehört Gold zu den wichtigsten Exportgütern des Landes.

Über den Volta-See schippern

Eine der beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten ist der Volta-See. Er entstand in den 1960er-Jahren durch den Bau des Akosombo-Staudamms und gilt als größter künstlicher Stausee der Welt gemessen an seiner Oberfläche. Der See erstreckt sich über weite Teile des Landes und prägt bis heute die Energieversorgung und den Transport in Ghana. Auf dem See werden Bootsfahrten angeboten, auch die im See liegende Dodi Island ist bei Besuchern beliebt.

Wer Abenteuer sucht, findet sie im Kakum-Nationalpark. Dort führt der 350 Meter lange Canopy Walkway über mehrere Hängebrücken in rund 40 Metern Höhe durch die Baumkronen des tropischen Regenwaldes. Die Anlage wurde 1995 eröffnet, als eine der ersten ihrer Art auf dem afrikanischen Kontinent.

Hängende Fußgängerbrücke zwischen Bäumen im Dschungel, umgeben von üppigem Grün und tropischer Vegetation.
Auf dem Canopy Walkway im Kakum-Nationalpark in Ghana geht es durch die Baumwipfel. Foto: aroundtheworld.photography/iStock

Besuch bei Waldelefanten und Colobusaffen

Der Kakum-Nationalpark ist einer der meistbesuchten Nationalparks Ghanas. Im Schutzgebiet leben zahlreiche bedrohte Tierarten, unter anderem Waldelefanten. Ein weiterer Naturhöhepunkt Ghanas ist der Mole-Nationalpark im Norden des Landes. Anders als in vielen afrikanischen Schutzgebieten gehen Besucher hier zu Fuß auf Safari und begegnen Elefanten, Antilopen, Büffeln oder Flusspferden aus nächster Nähe. Im Boabeng-Fiema-Affenschutzreservat stehen dagegen die Primaten im Mittelpunkt: Die dort lebenden Monameerkatzen und Colobusaffen werden von den Einheimischen als heilige Tiere verehrt.

Zu den wohl ungewöhnlichsten Attraktionen des Landes gehört der Paga Crocodile Pond im Norden Ghanas. In dem heiligen Teich leben zahlreiche Westafrikanische Krokodile, die als außergewöhnlich friedlich gelten. Besucher können sich den Tieren unter Aufsicht sogar bis auf wenige Zentimeter nähern.

Zahme Krokodile und bunte Särge

Einer Legende nach soll der Teich entstanden sein, als ein Krokodil einem Sterbenden etwas zum Trinken brachte. Der Mann überlebte und erklärte den Teich als heilig. Zudem verfügte er, dass den Krokodilen kein Leid zugefügt werden solle. Neben dieser Geschichte gibt es einige weitere Erzählungen.

Auch kulturell hält Ghana einige Besonderheiten bereit. Dazu gehören die farbenfrohen „Fantasy Coffins“ – kunstvoll gestaltete Särge in Form von Fischen, Flugzeugen, Autos oder Früchten. Sie erinnern oft an den Beruf, die Persönlichkeit oder die Wünsche der Verstorbenen.

Teil dieser Bestattungskultur sind auch die so genannten Dancing Pallbearers, eine Gruppe von Sargträgern aus der Ashanti-Region. Sie wurde weltweit berühmt durch das Internet-Meme „Coffin Dance“ (auch „Dancing Coffin“), das sich während der Corona-Pandemie viral verbreitete.

Zahlreiche Infos zu Reisen nach Ghana hat unter anderem Veranstalter Diamir zusammengestellt.