Katalonien bewirbt mit der Grand Tour das Hinterland

Detailansicht des Dalí-Theaters und -Museums in Figueres, Katalonien – charakteristische Fassade mit goldenen Dekorationen und überdimensionalen Eiern auf dem Dach, Wahrzeichen der Costa Brava und beliebtes Reiseziel für Kunst- und Kulturinteressierte.
In seinem Geburtsort Figueres hat Salvador Dali das zerstörte Theater zu seinem Museum umgebaut. Foto: Sylvia Raschke
Malerische Bucht am Cami de Ronda an der Costa Brava in Katalonien – kleine bunte Fischerhäuser am Kiesstrand umgeben von Pinien und kristallklarem Mittelmeer, beliebtes Reiseziel für Wanderer und Naturliebhaber.
Der Cami de Ronda ist ein ehemaliger Schmugglerweg … Foto: Sylvia Raschke

Barcelona als Dreh- und Angelpunkt der spanischen Region Katalonien leidet bekanntlich häufig unter zu vielen Besuchern. Um das sehenswerte Hinterland zu promoten, das Programm zu diversifizieren, die Saison zu entzerren und die Tourismusausgaben zu steigern, hat die katalanische Tourismusagentur die „Grand Tour von Katalonien“ konzipiert. 

2.000 Kilometer mit vielen Highlights

Insgesamt ist die Grand Tour rund 2.000 Kilometer lang und so angelegt, dass man ganz Katalonien in einem Monat oder in der Schnellversion in 13 Tagen entdecken kann. „Alle unsere Regionen sollen von der Tour profitieren“, sagt Montserrat Sierra, Direktorin des Catalan Tourism Board in Frankfurt. Darüber hinaus ist die Tour in fünf Themen-Etappen unterteilt, die jeweils fünf bis sieben Tage dauern.

Die erste Etappe, „Weinberge mit Meeresbrise“, führt von Barcelona über 462 Kilometer durch das Hinterland nach Tarragona. Zu den Höhepunkten gehören das Kloster Montserrat mit der „schwarzen Madonna“, der Schutzheiligen Kataloniens. Das 1.300 Meter hoch gelegene Kloster ist mit dem Auto, bei einer Wanderung oder mit einer Seilbahn zu erreichen. Über dem Gipfel kann man die Ballons des Unternehmens Kon-Tiki bewundern, die hier und in anderen Regionen Kataloniens Ballonfahrten anbieten. 

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Eine herausragende Station ist zudem das fast 1.000 Jahre alte Zisterzienserkloster Santa Creus. Recht weltlich wird es dagegen beim Besuch der zahlreichen Weingüter in den Anbaugebieten Pla de Bages und Penedes sowie in Tarragona mit den römischen Ausgrabungen wie dem ­Amphitheater und dem Aquädukt.

Reus ist die Heimat des Architekten Antoni Gaudi

„Rendezvous mit der Geschichte“ heißt die nächste, 418 Kilometer lange Etappe von Tarragona nach Lleida. Zwei weitere Zisterzienserklöster gibt es mit Vallbona und Poblet, seit 1991 Unesco-Weltkulturerbe. Über Lleida wachen die Kathedrale La Seu Vella und die Templerburg Gardeny. Herausragend ist die Kleinstadt Reus, Heimat des Architekten Antoni Gaudi, dessen Todestag sich 2026 zum 100. Mal jährt. Sie glänzt mit rund 80 modernistischen Gebäuden. 

Rund 357 Kilometer misst die Etappe von Lleida durch die westlichen Pyrenäen nach La Seu d’Urgell mit ihrer romanischen Kathedrale. Das Motto „Dem Himmel ganz nah“ bezieht sich ­außerdem auf das Vall de Boi. In dem kleinen Tal befinden sich rund zehn romanische Kirchen aus dem Mittelalter, die zum Weltkulturerbe der Menschheit zählen. Wanderer sind gern im ­Arantal, im Nationalpark Aigüestortes oder in der Schlucht von Mont-rebei unterwegs.

Dali-Museum in Figueres

„Ode an die Natur“ lautet der Titel der 357 Kilometer langen vierten Etappe von La Seu d’Urgell nach Figueres. Sie führt durch verschiedene ­Pyrenäentäler, zur vulkanischen Landschaft Garrotxa und zu diversen Klöstern. Das bekannteste ist Ripoll, gegründet von Guifre el Pelos, auf den der Legende nach die katalanische Fahne zurückgeht. Am Endpunkt Figueres hat der bekannteste Sohn der Stadt, Salvador Dali, das ausgebrannte Theater in sein Museum verwandelt. Prädikat: absolut sehenswert.

Von Figueres geht es über 525 Kilometer unter dem Motto „Vom Surrealismus zum Jugendstil“ zurück nach Barcelona. Auf der Route sind mit Portlligat und Pubol weitere, mit dem Surrealisten Dali verbundene Gebäude zu sehen. Den katalanischen Jugendstil, den Modernisme, findet man auch in Vic und am Cap de Creus. Sehenswert ist Girona – die Brücke von Gustave Eiffel, die begehbare Stadtmauer, das ehemalige jüdische Viertel und die Kathedrale. Wem Letztere bekannt vorkommt: Hier wurden Teile der sechsten Folge von „Game of Thrones“ gedreht. Wer gut zu Fuß ist, sollte unbedingt an der Küste einige Kilometer auf dem Cami de Ronda gehen, einem ehemaligen Schmugglerweg.

Erlebnisse für jeden Geschmack

Auf der Website grandtour.catalunya.com/de/ sind neben Tipps für Erlebnisse entlang der ­Strecke auch Routenvorschläge für Wanderer, Kunst- oder Kulturfreunde und Familien zu finden. Es gibt eine Grand Tour für Reisende mit dem Camper und mit dem Zug. Neu ist eine ­Variante für Wein- und Gourmet-Fans. Ab 2026 gibt es eine Route, die mit Elektroautos befahren werden kann sowie eine für Gravelbikes.

Eine Gruppenreise bietet unter anderem Zeit Reisen an. Olimar hat eine Paradores-Rundreise „Inspiration und Genuss“ im Programm.

Das Catalan Tourist Board in Frankfurt ist unter der E-Mail info.act.de(at)gencat.cat zu erreichen. 

Mehr Fotos zur Grand Tour gibt es in dieser Bildergalerie.

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