Kuba: Touristiker werben trotz Reisehinweis um Vertrauen

Das Auswärtige Amt hat seine Sicherheitshinweise zu Kuba verändert und rät nun „dringend“ von Reisen auf die Karibikinsel ab. Hintergrund sind die durch eine Ölblockade der USA ausgelöste schwere Wirtschaftskrise auf und die Drohungen von Donald Trump gegenüber der Insel. Eine Gefahr terroristischer Anschläge sieht das Auswärtige Amt dagegen nicht.

Historisches Gebäude im Kolonialstil in Trinidad, Kuba mit gelb gestrichener Fassade und grünen Fensterläden, daneben der markante Glockenturm der Iglesia de San Francisco. Das Bild zeigt typische Architektur von Trinidad, einer Unesco-Weltkulturerbestadt in Kuba, bei strahlend blauem Himmel.
Die Unesco-geadelte Welterbestadt Trinidad begrüßt derzeit wenige Urlauber. Foto: ras

Die Tourismusmusverantwortlichen Kubas belastet neben der Wirtschaftskrise auch das Ausbleiben der Gäste. Ihre Hauptbotschaft deshalb auf der ITB: „Reisen nach Kuba sind möglich“, warben sie um Vertrauen der Tourismusbranche.

Intensive Beratung

So berichtete Maria Knauer, Managerin bei Tropicana Touristik aus Berlin, von einer 35 Personen starken Gruppe, die im Februar nach Kuba reiste. „Die Teilnehmer waren begeistert vom Land. Selbst Kunden, die zum ersten Mal auf Kuba waren, sind in den letzten Monaten glücklich zurückgekehrt“, so die Managerin weiter. Wichtig sei allerdings, dass man die Kunden im Beratungsgespräch genau über die Lage vor Ort aufkläre.

„Wir müssen die Gäste intensiver beraten“, bestätigte auch Jorge Terjero. Der Aventoura-Manager fügte stolz an, dass es seit November keine einzige Reklamation gegeben habe.

Derzeit arbeitet Kuba mit einem reduzierten Hotelangebot. Orlando Ramos, Chef des kubanischen Fremdenverkehrsamtes in Berlin, bestätigte, dass sich der Tourismus zur Zeit hauptsächlich auf Havanna und Varadero konzentriere. „In den anderen Städten ist jeweils mindestens eine Unterkunft buchbar. Alle Hotels sind außerdem mit Notstromaggregaten ausgestattet“, so Ramos weiter.

Warben auf der ITB um Vertrauen und um Reisende, von links: Jorge Terjero (Aventoura), Lessner Gomez (Tourismusministerium), Botschafterin Juana Martinez, Teresita Dube (Melia), Maria Knauer (Tropicana Touristik), Orlando Ramos und Gioacchino Cinquegrani (Kubanisches Fremdenverkehrsamt, Berlin). Foto: ras

Ansprechpartner vor Ort

Neben Tropicana und Aventoura, die beide eigene Büros auf Kuba unterhalten, können Kuba-Reisen derzeit auch über Miller Reisen und Falk Travel gebucht werden. Während Miller mit einer Agentur in Havanna zusammenarbeitet, die von einem deutschen Touristiker geleitet wird, setzt  Falk Travel auf eine eigene deutschsprachige Reiseleiterin, die 24/7 per Whatapp erreichbar ist. Ein direkter Ansprechpartner im Ziel trägt bei möglichen Problemen zur Sicherheit der Gäste bei.

Kuba zeigt sich resilient

Wichtig sei außerdem, dass sich die Beschäftigten im Tourismus mit großem Herzblut um ihre Gäste kümmern, nach Alternativen suchen und versuchen, vieles möglich zu machen. „Wir sind resilient und finden für jedes Problem eine Lösung. Kuba bleibt einzigartig“, warb dann auch Juana Martinez, Botschafterin Kubas in Berlin, um Gäste.

Flüge nach Havanna sind derzeit mit Air Europa und Iberia über Madrid möglich. Auf dem Rückweg legen die Airlines einen Tankstopp ein, da es auf Kuba derzeit kein Benzin mehr für Flugzeuge gibt.