Im vergangenen Jahr unternahmen rund 1,5 Millionen Menschen eine Hochseekreuzfahrt von einem der deutschen Häfen an Nord- und Ostsee – so viele wie nie zuvor, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. Der Wert stieg gegenüber 2024 um 4,1 Prozent (1,4 Millionen) und im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 um 13,5 Prozent (1,3 Millionen).
Jeder sechste Kreuzfahrtpassagier (16,6 Prozent) in der EU startete seine Schiffsreise in einem deutschen Hafen. Damit belegt Deutschland Platz drei im Ranking der Einschiffungsländer, hinter Spanien (22,3 Prozent) und Spitzenreiter Italien (28,4 Prozent), erläutert Destatis unter Verweis auf Daten der EU-Statistikbehörde Eurostat.
Kreuzfahrten ohne Flug im Trend
Schiffsreisen ab Deutschland haben infolge der Pandemie einen spürbaren Schub erlebt und liegen aktuell auch aufgrund der gestiegenen Flugpreise und geopolitischer Krisen weiter im Trend. Das Angebot wächst, Anbieter erhöhen ihre Kapazitäten und verlängern die Saisonzeiten für Nordeuropa-Reisen.
Hurtigruten bescherten die neu aufgelegte Spitzbergen- beziehungsweise die Nordkap-Linie ab Hamburg wie berichtet eine bessere Bilanz für 2025. Und auch bei anderen Reedereien ist die Nachfrage dem Vernehmen nach steigend.
Ein Klassiker bei Kreuzfahrten ab Deutschland sind die Hamburg-Abfahrten der Queen Mary 2 – offizieller Verkaufsstart für alle Cunard-Reisen 2028/2029 ist am heutigen Mittwoch.
Hamburg bleibt passagierstärkster Kreuzfahrthafen
Die Elbmetropole ist nach wie vor Deutschlands passagierstärkster Kreuzfahrthafen. Cruise Gate Hamburg, Betreiber der vier Kreuzfahrterminals Cruise Center Altona, Steinwerder, Baakenhöft und Hafen City, zählte in der vergangenen Saison 295 Anläufe (Vorjahr: 266) von 46 verschiedenen Hochseekreuzfahrtschiffen. Für dieses Jahr sind 331 Anläufe angekündigt.
Platz zwei belegte im Vorjahr Kiel mit 187 Anläufen, 2026 sollen es nach Angaben von Port of Kiel 212 werden. Rostock Port meldete für die Kreuzfahrtsaison 2025 insgesamt 165 Schiffsanläufe, eine Angabe für 2026 machte das Unternehmen nicht. Und der von Global Ports Holding betriebene Kreuzfahrthafen Bremerhaven kam im vergangenen Jahr auf 100 Kreuzfahrtschiffanläufe und spricht von einem „positiven Ausblick auf die Saison 2026“.


