RTK-Summit: Rück- und Ausblicke, Cashbacks und Preise

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Eine Frau treibt entspannt auf dem Rücken im ruhigen Wasser, während im linken Bildbereich die Logos von Le Méridien, St. Regis und The Westin zu sehen sind.

Der Reisebüro-Vertrieb steht vor großen Herausforderungen. Aber sie sind zu bewältigen. Davon zeigte sich der Chef der RT-Group mit den Reisebüro-Schienen RTK und Reiseland, Thomas Bösl, während des heutigen RTG-Summit in Mainz überzeugt.

Mit einem Rückblick auf die Geschichte von RTK, QTA und RTK international eröffnete RT-Geschäftsführer Thomas Bösl heute in Mainz den ersten RTG-Summit. Mit dem Event bringt die Raiffeisen Touristik Group (RTG) aus dem bayrischen Burghausen erstmals alle Reisebüro-Vertriebswege der Gruppe bei einem Kongress zusammen, darunter die inhabergeführten Büros der RTK-Kooperation, die Franchiser von Reiseland sowie die eigenen Filialen.

Eines der Top-Themen der Tagung ist Künstliche Intelligenz. „Wir stehen vor der Frage: ‚Kommt eine glorreiche Zeit mit KI? Oder wird KI künftig alles dominieren?‘“, so Bösl vor den rund 300 Teilnehmern.

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Eine Übersicht verschiedener Hotelmarken-Logos auf dunkelblauem Hintergrund, angeordnet in einer Reihe unter der Überschrift ELEGANCE COLLECTION.

KI-Projekte und Kreuzfahrt-Fokus

Eine Antwort der RTG ist das Future Lab. Bösls Botschaft: „Wir beobachten die Entwicklung genau – und wir haben sehr gute Lösungsansätze.“ Ein Interview mit Bereichsleiter Rainer Gnyp zu diesem Thema lesen Sie in der neuen Ausgabe von touristik aktuell (ta 20/26), die am Samstag auf dem QTA-Reisesommer ausliegt und ab Montag in den Büros ist.

Eine andere Antwort sei die neue Kreuzfahrtmarke unter dem Dach von Reiseland. Sie soll auch Reisebüros von RTK sowie anderen Ketten und Kooperationen ansprechen, „die eventuell unter unser Dach wechseln möchten“, so Bösl.  

Bösls Rückblick auf viele Jahrzehnte Touristik: „Es gab selten ruhige Zeiten – und es gab immer wieder drastische Veränderungen, geopolitische Konflikte und große Herausforderungen“. Das sei heute nicht anders – dennoch blicke er „sehr optimistisch in die Zukunft“, so der Chef von RTK und Reiseland.

Ausblick: Spezialisierung als Chance

Als große Chance für Reisebüros sieht er zunehmend „Tailor-made-Produkte“ mit exakt zugeschnittenen Angeboten für die Kunden. Dafür müsse die Zusammenarbeit mit Veranstaltern, Destinationen, Reedereien und anderen Leistungsträgern der Touristik noch enger werden.

Dabei müsse die eigene Stärke noch besser ausgenutzt werden, verwies Thomas Bösl auf die Dimensionen der RT-Group mit aktuell über 20 Firmen in sechs Ländern. Unter diesen sind mehr als 4.000 Reisebüros in Deutschland und europaweit, der TV-Sender Sonnenklar TV, diverse Veranstalter und das frühere FTI-Callcenter Erf24 mit Sitz in Erfurt.

Die Aufgabe der Zentrale mit Blick auf die Reisebüros: Optimieren, individualisieren, spezialisieren, so Bösl. Das gelte sowohl für das Produkt als auch für die Technik.

Eine große Gruppe von Menschen sitzt bei Nacht vor einer Wasserfontäne, auf die das gelbe Logo der Dialogtage mit einem Smiley projiziert wird.
Die Teilnehmer des Ausflugs ins Ahrtal während des Abend-Events „Klangwelle“ im Kurpark Bad Neuenahr. Foto: mg

Hohe Preise und Cashbacks als Problem

Als eines der aktuell größten Probleme sieht Bösl die gestiegenen Reisepreise. „Wir verlieren jedes Jahr auch deshalb Kunden, weil sie sich eine Pauschalreise nicht mehr leisten können. Da müssen wir Lösungen finden.“

Eine weitere „riesige Herausforderung“ sei die Cashback-Flut. Sie sei „Gift“ für die Branche, betonte Bösl beim RTG-Summit. Empörung allein sei jedoch keine Lösung, vielmehr müsse der stationäre Vertrieb Antworten und Lösungen finden.

Aus Sicht von Bösl gibt es drei Ansätze, für die ersten beiden hegt er allerdings selbst keine Hoffnung, dass sie Realität werden.

1. Die Branche verzichtet darauf, die Vernunft siegt. „Da bin ich nicht sehr optimistisch“, so Bösl.

2. Veranstalter versuchen, eine Lösung zu finden. Das sei wettbewerbsrechtlich eine Herausforderung – „aber es würde von den Reisebüros sehr honoriert werden“, so der RTK-Chef.

3. Als Reisebüro-Vertrieb selbst aktiv werden: Eigene Bonusprogramme auflegen, White-Label-Produkte entwickeln. „Das ist die wahrscheinlichste Lösung“, so Bösl.

Cashback-Umfrage und Lösungsansatz

Wie sehr das Thema Rückvergütungen die Reisebüros beschäftigt, zeigte jüngst eine große Cashback-Umfrage des Hamburger Reisebüro-Inhabers Alain Freeman, über die touristik aktuell exklusiv berichtete.

Eine mögliche Antwort auf das Problem hat die Reisebüro-Inhaberin Bo Diehr vom Reisebüro Bo Travel in Titisee-Neustadt entwickelt: Sie legte eine Reisebüro-Bonuswelt auf, an der inzwischen weit mehr als 50 regionale Partner teilnehmen. Das spannende an dem Projekt: Bo Diehr ist bereit, das Konzept anderen Reisebüros sowie Reisebüro-Ketten und -Kooperationen zur Verfügung zu stellen.

Kongress-Auftakt im Ahrtal

Zum Auftakt der Dialogtage ging es am Tag vor dem RTK-Summit ins Ahrtal. Mit der Wein- und Wanderregion, die im Juli 2021 von einer verheerenden Flut getroffen wurde, verbindet die QTA-Allianz und damit auch die Kooperation RTK seit einigen Jahren eine strategische Zusammenarbeit.

„Diese Region wird mit dem Wiederaufbau zu einer der spannendsten touristischen Destinationen in Deutschland“, betonte Andreas Lambeck von Ahrtal Tourismus während der Begrüßung der rund 100 Teilnehmer des Ausflugs. Reisebüros hätten trotz der Direktbuchungen speziell im Deutschland-Geschäft gute Chancen, „als Ideengeber und Buchungsstelle“ eine wichtige Rolle im Ahrtal-Tourismus zu spielen, eventuell auch über selbst aufgelegte Gruppenreisen.

„Klangwelle“ als Höhepunkt

Die Vielfalt der Region erlebten die Reisebüros während Weinproben und Weinwanderungen, bei Stadtrundgängen und beim Besuch des einstigen Regierungsbunkers der Bonner Republik. Der war in den sechziger Jahren streng geheim – heute ist er ein Besuchermagnet und ein Highlight am Ortsrand von Ahrweiler.

Den Abschluss des Abends erlebten die Teilnehmer bei der „Klangwelle“ im Kurpark Bad Neuenahr. Das Event findet seit 20 Jahren an einigen Terminen im Herbst statt, präsentiert eine Licht-, Wasser- und Musik-Show und ist dem Vernehmen nach fast immer ausgebucht. „Ein absolutes Highlight, so etwas habe ich noch nicht erlebt“, zog Walter Thurau vom Reisebüro am Markt in Langenargen am Bodensee ein begeistertes Fazit.

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