Der Iran-Krieg macht in diesen Tagen nicht nur viele Reisen unmöglich, er sorgt inzwischen auch für eine ordentliche Buchungsflaute bei deutschen Reisebüros und Veranstaltern. So gab es zwischen 28. Februar (Kriegsausbruch) und 10. März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Buchungseinbruch von 20,5 Prozent.
Der gebuchte Umsatz lag in dieser Zeit mit 14 Prozent unter dem Vorjahr, die Gästezahl um 20 Prozent. Dies geht aus einer aktuellen Statistik des Backoffice-Anbieters Ziel im Auftrag von touristik aktuell hervor.
Viele Destinationen betroffen
Diese Zahlen werden auch von den Reisebüro-Ketten und -Kooperationen sowie den Veranstaltern bestätigt. Von der Buchungszurückhaltung betroffen seien aktuell vor allem Ziele, die direkt oder indirekt vom Krieg betroffen sind. Dazu gehören die Golfstaaten selbst sowie Destinationen, die stark von Golf-Carriern bedient werden.
Zu Letzteren gehören unter anderem Australien, Neuseeland, Thailand, Sri Lanka, Mauritius, die Seychellen und die Malediven. Starke Rückgänge gibt es zudem in der Nachfrage für die Türkei und Ägypten, obwohl ihre Urlaubsziele weit weg vom Kriegsgebiet liegen und von Deutschland aus direkt und ohne Gefahren angeflogen werden können.
Vtours sagt Vertriebs-Event ab
Betroffen ist auch die Mittelmeerinsel Zypern. Darüber hinaus muss die Destination eine traurige Absage verkraften: Der Aschaffenburger Veranstalter Vtours wollte dort in der nächsten Woche ein großes Vertriebs-Event abhalten, hat dies aber heute abgesagt. Für die Veranstaltung war sogar ein eigener Flugcharter eingeplant.
Noch auf der ITB hatten Veranstalter wie Dertour beteuert, dass die Reiselust der Deutschen groß sei. Das stimmt wohl auch – allerdings ist sie momentan offenbar deutlich gebremst. Zudem haben die Preise etwa in Richtung Asien und in Zielen im Mittelmeer-Raum schlagartig angezogen.
Updates zu Reiseabsagen und Umbuchungsmöglichkeiten
Abgesehen von der mangelnden Nachfrage gehen die Kosten für die Reiseveranstalter schon jetzt in die Millionen. Dabei geht es nicht nur um notwendige Rückflüge für Pauschalreisende, sondern auch um kostenlose Stornos und Umbuchungen: Werden Reisen abgesagt und die gebuchte Maschine fliegt dann doch planmäßig, müssen die Veranstalter für zuvor gebuchte Passagiere bezahlen.
Das einzig Gute an der aktuellen Situation: Aufgrund extrem langfristiger Vorausbuchungen lag der touristische Auftragsbestand Ende Februar für Reisen bis Oktober 2026 nach wie vor mit 1,1 Prozent im Plus. Kreuzfahrten verzeichneten im Reisebüro-Vertrieb laut dem Datendienstleister Tats sogar einen Zuwachs von 9,4 Prozent.



