Phoenix Reisen trennt sich 2026 von der Deutschland

Seitliche Aufnahme des klassischen Kreuzfahrtschiffes Deutschland. Sein weißer Rumpf spiegelt sich auf der Wasseroberfläche.
Das Kult-Kreuzfahrtschiff Deutschland wird im nächsten Jahr letztmalig unter Phoenix-Flagge fahren. Foto: Phoenix Reisen

Das Kult-Kreuzfahrtschiff Deutschland wird in der Sommersaison 2026 letztmalig für Phoenix Reisen fahren. Der Bonner Veranstalter hat sich dazu entschlossen, den auslaufenden Chartervertrag nicht mehr zu verlängern.

Die Deutschland ist eines der wenigen verbliebenen klassischen Kreuzfahrtschiffe auf dem deutschen Markt. Das „schwimmende Grandhotel“, das 1998 vom ehemaligen deutschen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker getauft wurde, gilt als Liebhaberschiff und hat eine bewegte Historie: Es diente von 1999 bis 2016 als Drehort für die ZDF-Serie „Das Traumschiff“ und zwischenzeitlich als Unterbringung bei Olympischen Spielen. Nach der Pleite des ersten Eigners, der Reederei Peter Deilmann, wurde das Schiff zunächst von der MS „Deutschland“ Beteiligungsgesellschaft betrieben und dann, in einem weiteren Insolvenzverfahren, an die US-Organisation Semester at Sea verkauft. Diese setzt das Schiff seit 2015 jeweils in der Wintersaison unter dem Namen World Odyssey zur Ausbildung von Studierenden ein.

Veranstalter lässt Chartervertrag auslaufen

In den Sommersaisons ist die Deutschland an Phoenix Reisen verchartert. Der Vertrag läuft nach der Sommersaison 2026 aus und wird von den Bonnern nicht mehr verlängert. Grund dafür sind offenbar fehlende Investitionen seitens des Betreibers, einem US-amerikanischen Fond. Zwar wird das Schiff regelmäßig modernisiert – zuletzt im Frühjahr vergangenen Jahres – allerdings wurde dabei dem Vernehmen nach die Technik vernachlässigt.

Phoenix Reisen selbst gibt die anderen Flottenmitglieder alle zwei Jahre in die Werft und investiert dabei „eher achtstellige Euro-Beträge“, so Geschäftsführer Benjamin Krumpen. So seien die Amera (Baujahr 1988), Amadea (1991) und Artania (1994) technisch in einem „äußerst guten Zustand“, sagt der Phoenix-Chef gegenüber touristik aktuell. „Wir stecken kein Geld ins Marketing, sondern ins Produkt – und das spüren unsere Gäste“, so Krumpen.

Restkabinen für die Abschiedssaison

Für die Deutschland wird die Sommersaison 2026 nun also die letzte unter Phoenix-Flagge sein. Restkabinen seien noch verfügbar, heißt es aus Bonn. Für den Veranstalter, der ohnehin Ausschau nach einem weiteren Schiff hält, wird durch das Ende des Deutschland-Charters die Suche nach neuer Kapazität umso dringlicher.

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