WM-Serie Südafrika: Diamanten, Laufvögel und eine Bar im Baum

Eine Kneipe in einem Baobab, die erste Herztransplantation der Welt und wertvolle Laufvögel – unsere WM-Serie führt dieses Mal an die Südspitze Afrikas.

Südafrika schrieb Fußballgeschichte, als das Land 2010 als erster afrikanischer Staat eine Fußball-Weltmeisterschaft ausrichtete. Zwar schieden die „Bafana Bafana“ damals bereits in der Vorrunde aus. Dennoch gilt das Turnier bis heute als Meilenstein für den afrikanischen Fußball. Rund 3,1 Millionen Zuschauer besuchten die 64 Spiele.

Zuschauer und Fans dürften sich vor allem an ein Geräusch erinnern: das eindringliche Tröten der Vuvuzela. Das traditionelle Blasinstrument wurde zum akustischen Markenzeichen des Turniers. Die Vuvuzela zählt jedoch in Südafrika seit Jahrzehnten zur Fußballkultur.

Auch wenn Fußball in Südafrika populär ist: Die Sportart Nummer eins ist Rugby. Die Nationalmannschaft, die „Springboks“, zählt zu den erfolgreichsten Teams der Welt. Bereits viermal gewann sie die Rugby-Weltmeisterschaft.

Funkelnde Diamanten

Touristen kommen vor allem wegen der Safaris ins Land. Doch auch abseits der Tierbeobachtungen hält Südafrika einige Kuriositäten bereit. So befindet sich in der Provinz Nordkap mit dem „Big Hole“ eines der größten von Menschenhand gegrabenen Löcher der Welt.

Ohne jede maschinelle Unterstützung bewegten die Arbeiter der Diamantenmine bis zu 22 Millionen Tonnen Erde. In einer Tiefe von 1.070 Metern stoppten sie ihre Suche nach den funkelnden Steinen. Das Loch misst einen Umfang von 1,6 Kilometern. Der größte jemals entdeckte Rohdiamant wurde jedoch in der Premier Mine in Cullinan, rund 40 Kilometer von Pretoria entfernt, gefunden. Teile des „Cullinan-Diamanten“ schmücken heute die britischen Kronjuwelen.

Oudtshoorn, die Hauptstadt der Straußenzucht

In Südafrika gibt es nicht nur in den Nationalparks Gelegenheit für tierische Begegnungen: Während Besucher am Kap der Guten Hoffnung häufig nach Walen Ausschau halten, leben nur wenige Kilometer entfernt am Boulders Beach mehrere Tausend afrikanische Pinguine. Große Laufvögel begegnen Besuchern hingegen in der Kleinstadt Oudtshoorn in der Kleinen Karoo.

Nahaufnahme eines Straußes mit fokussiertem Blick, im Hintergrund weitere Strauße und eine grüne Landschaft unter einem bewölkten Himmel.
Auf die neugierigen Laufvögel treffen Südafrika-Besucher vor allem in der Kleinstadt Oudtshoorn. Foto: Mlenny/iStock


In der Provinz Limpopo zog einst eine Bar in einer außergewöhnlichen Location Besucher aus nah und fern an. In einem riesigen mehr als 1.000 Jahre alten Baobab wurde ein kleiner Pub installiert. Als der Stamm des Baumes jedoch auseinanderbrach, wurde die Bar geschlossen.

Die erste erfolgreiche Herztransplantation

Eine medizinische Sensation fand 1967 in Kapstadt statt. Am 3. Dezember gelang dem Chirurgen Christiaan Barnard im Groote Schuur Hospital die weltweit erste erfolgreiche Herztransplantation. Damit rettete er dem schwerkranken Louis Washkansky zunächst das Leben. Jedoch verstarb der Mann 18 Tage später an einer Lungenentzündung. Doch der Eingriff revolutionierte die Welt der Medizin.

Ob Fußballgeschichte, medizinische Meilensteine oder skurrile Sehenswürdigkeiten – Südafrika überrascht Besucher immer wieder mit außergewöhnlichen Geschichten. Wer das Land bereist, entdeckt weit mehr als Safaris und spektakuläre Landschaften.

In unserer Serie zur Fußball-Weltmeisterschaft erschienen sind bereits Beiträge zu folgenden Ländern
Mexiko
Usbekistan
Curacao
Bosnien und Herzegowina
Kolumbien
Senegal
Kap Verde
Japan
Jordanien
Kroatien
Portugal
Südkorea
Saudi-Arabien
Australien