Im Zuge unserer WM-Serie stellen wir Teilnehmer der derzeit in den USA, Kanada und Mexiko stattfindenden Fußball-WM vor. Dieses Mal führt die Reise nach Ostasien.
Japan gehört seit Jahrzehnten zu den erfolgreichsten Fußballnationen Asiens und hat sich längst als Stammgast bei Weltmeisterschaften etabliert. Im Auftaktspiel erreichte das Land gegen die Niederlande ein 2:2. Die Nationalmannschaft trägt den Spitznamen „Samurai Blue“ und zeichnet sich durch Disziplin und Teamgeist aus. Doch auch abseits der Fußballstadien hat das Inselreich einige Besonderheiten zu bieten, die selbst viele Japan-Fans überraschen dürften.
Mehr als 14.000 Inseln
Japan besteht aus mehr als 14.000 Inseln, von denen allerdings nur ein kleiner Teil, etwa 425, bewohnt ist. In dem Land leben rund 124 Millionen Menschen. Rund 98 Prozent der Bevölkerung verteilt sich auf die vier Hauptinseln Honshu (die größte Insel mit Tokio, Osaka und Kyoto), Hokkaido, Kyushu und Shikoku. Die Hauptstadt Tokio gilt als größte Metropolregion der Welt. Im Großraum leben Schätzungen zufolge mehr als 33 Millionen Menschen.
Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten zählen der heilige Berg Fuji, die Tempelanlagen von Kyoto, die heißen Quellen des Landes und vieles, vieles mehr. Unzählige Reiseblogs offenbaren die außergewöhnlichsten Reiseideen und Veranstalter haben in den vergangenen Jahren die verschiedensten Reisen in das Trendziel aufgelegt.

Kanaldeckel als Werbeträger
Wer Japan bereist, sollte die Blicke auch einmal nach unten schweifen lassen. Ausgerechnet Kanaldeckel zählen zu den ungewöhnlichsten Attraktionen des Landes. Während sie in den meisten Ländern eher unscheinbar sind, werden sie in Japan oft kunstvoll gestaltet. Viele Städte und Gemeinden besitzen eigene Motive mit regionalen Wahrzeichen, Blumen, Tieren oder historischen Ereignissen. Schätzungen zufolge existieren mehrere Tausend verschiedene Designs. Inzwischen reisen sogar Sammler und Fotografen gezielt durch Japan, um die schönsten Exemplare zu entdecken.
Laut der Japan National Tourism Organization (JNTO) gestalten seit 1985 Kommunen Kanaldeckel nach ihrem eigenen Geschmack und mittlerweile gibt es sogar eine eigene Japanische Gesellschaft für Kanaldeckel. Hintergrund der Tradition: Mit den individuell gestalteten Kanaldeckeln wollte man unter anderem für die Region werben.
Der Plan ging auf. Im Dezember 2018 wurde sogar der erste Pokemon-Kanaldeckel enthüllt. Das Motiv des Pokemons Evoli im Onsen Ort Ibusuki in der Präfektur Kagoshima zog daraufhin zahlreiche Spieler des Augmented-Reality-Spiels Pokemon Go in seinen Bann. Mittlerweile gibt es zahlreiche dieser besonderen Gullydeckel und sogar eine Website.
Neben der Erkundung der Highlights, die in Reiseführern aufgelistet sind, lohnt es sich, in Japan die Augen und Ohren offen zu halten. An vielen Ecken wird man kleine Besonderheiten entdecken, die das Land so außergewöhnlich machen. So gibt es auf den Straßen so gut wie keinen Müll. Und auch nach Großveranstaltungen räumen die Japaner Verpackungen und Co. weg – übrigens auch bei der Fußball-Weltmeisterschaft. Nach dem Spiel gegen die Niederlande griffen die japanischen Fans zu Plastiksäcken. Unterstützt wurden sie bei der Aktion auch von NFL-Superstar Jameis Winston, Quarterback der New York Giants.



