WM-Serie: Marokko: Ein blaues Dorf und verfressene Ziegen in Arganbäumen

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Grafik mit einem Fußball auf einem hellblauen Hintergrund, umgeben von Linien, die ein Spielfeld darstellen, und der Zahl drei.

Wer an Marokko denkt, hat oft bunte Souks, Kamele und die Sanddünen der Sahara vor Augen. Auch die auf Arganbäumen kletternden Ziegen gehören zu den beliebtesten Fotomotiven des Landes. Tatsächlich ist das nordafrikanische Königreich weit vielseitiger: Zwischen Atlantik und Atlasgebirge liegen jahrhundertealte Königsstädte, eine der ältesten Universitäten der Welt, blaue Gassen, Hollywood-Kulissen und Skigebiete. Unsere WM-Serie führt diesmal nach Marokko.

Marokko zählt seit Jahren zu den beliebtesten Reisezielen Nordafrikas. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar schrieb die Nationalmannschaft Geschichte: Als erstes afrikanisches Team erreichte sie das Halbfinale und belegte am Ende Platz vier.

Bei der aktuellen Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko erreichte die Mannschaft nach einem nervenaufreibenden Elfmeterschießen gegen die Niederlande das Achtelfinale, wo man am 4. Juli auf Gastgeber Kanada trifft. Gemeinsam mit Spanien, Portugal, Argentinien, Uruguay und Paraguay wird Marokko außerdem die Fußball-Weltmeisterschaft 2030 ausrichten. In Südamerika finden dabei drei Eröffnungsspiele statt, der Großteil des Turniers findet in Spanien, Portugal und Marokko statt.

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Surfen in Taghazout und Essaouira

Nur etwa vier Flugstunden von Deutschland entfernt treffen Besucher auf eine außergewöhnliche landschaftliche Vielfalt. Im Norden locken die Mittelmeerstrände, im Westen die Atlantikküste mit beliebten Badeorten wie Agadir und Surfspots wie Taghazout und Essaouira. Im Landesinneren prägen das Atlasgebirge und die Sahara das Bild.

Zu den bekanntesten Städten gehört Marrakesch mit dem berühmten Gauklerplatz Djemaa el Fna. Sobald die Sonne untergeht, verwandelt sich der Platz in einen riesigen Freiluftmarkt mit Garküchen, Musikern, Schlangenbeschwörern und Geschichtenerzählern. Gemeinsam mit der Medina zählt er zum Unesco-Weltkulturerbe.

Besuch der Königsstädte

Ebenfalls zum Welterbe gehören die Königsstädte Fes, Meknes und Rabat. Fes beherbergt mit der Universität Al Quaraouiyine eine der ältesten noch bestehenden Hochschulen der Welt. Sie wurde 859 von Fatima Al-Fihri, der Tochter eines reichen Kaufmanns, gegründet.

Die mittelalterliche Altstadt von Fes gilt als größte autofreie Medina der Erde und beeindruckt mit zig-Tausenden engen Gassen, traditionellen Gerbereien und Handwerksbetrieben.

Blick auf eine malerische, blaue Gasse mit bunten Blumen und einer Treppe, die zu einem oberen Bereich führt, umgeben von traditioneller Architektur.
In Chefchaouen sind fast alle Häuser in verschiedenen Blautönen gestrichen. Foto: Caroline Brundle Bugge/iStock


Ein ebenfalls bei Besuchern beliebtes Fotomotiv ist Chefchaouen im Rifgebirge. Die Fassaden und Gassen der Kleinstadt sind fast vollständig in verschiedenen Blautönen gestrichen. Besonders erfrischend ist ein Glas Granatapfelsaft, der Gästen oftmals serviert wird.

Kulisse für Gladiator und Game of Thrones

Filmfans kennen Marokko ebenfalls: Die befestigte Lehmsiedlung Aït Ben Haddou diente als Kulisse für zahlreiche internationale Produktionen wie „Gladiator“, „Game of Thrones“ oder „Die Mumie“. Auch sie gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Der berühmte Film Casablanca, der 1942 erschien, wurde allerdings nicht in Marokko gedreht, sondern fast vollständig in den Warner Bros. Studios in Burbank bei Los Angeles.

Überraschend für viele Reisende ist, dass in Marokko sogar Wintersport möglich ist. Im Skigebiet Oukaimeden südlich von Marrakesch reichen die Pisten bis auf über 3.200 Meter Höhe und zählen damit zu den höchstgelegenen in Afrika.

Auch Naturliebhaber kommen auf ihre Kosten. Im Atlasgebirge führen Wanderwege durch Schluchten, Berberdörfer und Nationalparks. Doch nicht nur Besucher müssen in Marokko ab und zu klettern. In der Souss-Ebene zwischen Agadir und Marrakesch sowie in der Region um Essaouira sind oftmals Ziegen zu sehen, die auf Arganbäume klettern, um die reifen Früchte zu futtern.