Lufthansa will 4.000 Stellen streichen

Eine blaue Flagge mit Lufhansa-Schriftzug weht vor der Konzernzentrale der Airline-Gruppe
Der Konzernumbau bei Lufthansa wird vielen Mitarbeitenden den Job kosten. Foto: Lufthansa Group

Was bereits Ende vergangener Woche durch die Medien ging, hat Lufthansa jetzt bestätigt: Der Kranich-Konzern will im Zuge seiner Restrukturierung im großen Stil Personal in der Verwaltung abbauen. Geplant sei, bis bis 2030 weltweit rund 4.000 Stellen zu streichen, davon der überwiegende Teil in Deutschland, wie das Unternehmen am Montag in München auf seinem Kapitalmarkttag mit Analysten und Investoren mitteilte. Der Fokus liege dabei „auf den administrativen und nicht den operativen Rollen“.

Effizienz durch Digitalisierung und KI

Der Stellenabbau ist Teil des strategischen Konzernumbaus, der unter dem Projektnamen „Matrix Next Level“ bereits seit Jahren vorbereitet wurde. „Durch die integrierte Zusammenarbeit innerhalb der Lufthansa Group werden sich Prozesse und Strukturen in der Zusammenarbeit der Konzerngesellschaften in Zukunft stark verändern“, führte der Konzern auf der Investorenveranstaltung aus. Auf dieser Grundlage prüfe das Unternehmen, welche Tätigkeiten etwa aufgrund von Doppelarbeiten nicht mehr wie bisher erforderlich seien. Besonders die Digitalisierung und der vermehrte Einsatz von künstlicher Intelligenz „werden in vielen Bereichen und Prozessen für mehr Effizienz sorgen“, heißt es vom Konzern.

Zudem bekräftigte Lufthansa das Ziel, die Aufbau- und Ablauforganisation im Konzern anzupassen, um die Zusammenarbeit und Verantwortlichkeiten innerhalb der Gruppe neu zu ordnen. Ziel sei die engere und vernetztere Zusammenarbeit von „Gruppenfunktionen und Airlines, um Synergien zu heben und Effizienzen zu steigern“. Dabei fokussiere sich das Unternehmen auf die vier strategischen Säulen Netzwerk-Airlines, das Point-to-Point-Geschäft mit Eurowings sowie Lufthansa Technik und Lufthansa Cargo.

Neue finanzielle Ziele bis 2030

Die kommenden Jahre seien von „bedeutenden Investitionen und umfassenden Anpassungen geprägt“, erklärte der Konzern und bezog sich vor allem auf die Flottenerneuerung sowie Zukunftsprogramme wie „Turnaround“ bei Lufthansa Airlines. Diese Veränderungen zielten darauf ab, die Produktivität, Effizienz und Profitabilität zu steigern und die Lufthansa Group langfristig zu stärken.

Im Ergebnis erwartet der Konzern bis zum Ende des Jahrzehnts „eine deutlich gesteigerte Profitabilität“. So soll im Zeitraum 2028 bis 2030 eine Ebit-Marge von acht bis zehn Prozent sowie ein Free Cash Flow von über 2,5 Milliarden Euro pro Jahr erreicht werden. Zur Absicherung gegen mögliche Krisen werde die Lufthansa-Gruppe weiterhin eine Mindestliquidität von acht bis zehn Milliarden Euro vorhalten.

Verdi will in Tarifrunde Jobs retten

Die Gewerkschaft Verdi kritisiert den geplanten Personalabbau und die Outsourcing-Pläne des Konzerns für einzelne Gesellschaften der Lufthansa Group scharf. Nach dem „überschaubaren Erfolg“ des Turnaround-Programms greife Management nun zu einem drastischen Personalabbau. Die zum Jahreswechsel beginnende Tarifrunde für die rund 20.000 Bodenbeschäftigten des Konzerns will die Gewerkschaft nutzen, um Arbeitsplatzabsicherungen zu erreichen.

„Die Beschäftigten der Lufthansa haben dem Kranich nach der Corona-Krise wieder Flügel verliehen. Jetzt dürfen sie nicht zu den Leidtragenden des Sparkurses werden“, fordert Verdi-Verhandlungsführer Marvin Reschinsky. „Einen Kahlschlag am Lufthansa Boden zu Lasten der Beschäftigten nehmen wir nicht hin.“ (rie)

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