Botswana

Botswana auf die Luxustour

Auf Tierbeobachtung unterwegs im Okavango-Delta.

Auf Tierbeobachtung unterwegs im Okavango-Delta. Foto: cd

Das Land ist ein Paradies für Liebhaber der Wildnis

Das Erste, was dem Reisenden auffällt, ist der Duft der Wildnis. Ein starkes Aroma von Wildsalbei, das mit überwältigender Intensität über dem sonnenwarmen Land liegt. Während des europäischen Hochsommers ist Winter im Süden Afrikas, was bedeutet, dass die Nächte kalt und sternenklar sind, und die Tage von stetiger Sonne und milder Wärme erfüllt wie ein strahlender Frühsommertag in unseren Breiten. Immer ist der Himmel blau, und am Horizont staffeln sich kleine Malerwölkchen. Botswana ist ein Staat mit stabiler Demokratie und dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen Schwarzafrikas. 1,6 Millionen Einwohner verteilen sich auf ein Land von der Größe Frankreichs. Weltweit weist Botswana den höchsten Wert an geschützter Fläche für Naturerhaltung auf. Fast 40 Prozent der Fläche sind als Naturraum ausgewiesen. Botswana ist kein Ziel für den Massentourismus. Weniger als eine Million Besucher weltweit finden alljährlich den Weg in dieses Musterländle nördlich von Südafrika, das konsequent auf einen hochpreisigen Qualitätstourismus setzt. Dafür kann der Reisende in Luxus-Camps wie den von Orient-Express geführten „Gametracker“-Lodges die Wildnis mit allen Sinnen erleben. Denn nirgendwo in Afrika gibt es so viele Wildtiere wie hier. Drei verschiedene Ökosysteme finden sich im Norden des Landes, wo die meisten Luxus-Camps zu finden sind: Busch, Savanne und Sumpf. Bevor er nämlich im Sand der Kalahari-Wüste versickert, spreizt sich der Okavango-Fluss in ein breites Delta und beschert der Natur Wasser im Überfluss. Im Delta ist man mit Booten unterwegs, beobachtet Flusspferde, Krokodile und Dutzende Arten von exotischen Vögeln. Ganz anders präsentiert sich die Savanne im Savute Channel, der die größte Dichte an Elefanten weltweit aufweist. Einen Steinwurf weit von den Gästen entfernt sind sie am Wasserloch versammelt, für dessen Füllung die Lodge auch dann sorgt, wenn der Savute Channel trocken ist. Manchmal sind so viele Elefanten hier, dass Dutzende von Stoßzähnen herumliegen, die bei den Raufereien der Dickhäuter draufgegangen sind. Wenn man wirklich nicht mehr nur Elefanten gucken will, wird man im Allradauto in der betörend schönen Landschaft ausgefahren wie ein Baby im Kinderwagen. In der Morgenfrische bricht man auf, fürsorglich in Decken gehüllt, unterwegs gibt's Tee und Kekse im Angesicht von Antilopenherden und später Gin Tonic vor Flamingokolonien. Dazwischen kriegt man große Katzen gezeigt. Löwen sowieso, gern auch Geparden oder Leoparden. Man hat vergessen, wie schön die Welt sein kann, wo sie noch wild und still ist. Und abends nimmt man den Cocktail mit grauen Riesen. Die am Wasserloch und die Gäste an der Freiluftbar.
Claudia Diemar

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