Botswana

Botswana: Zum Greifen nahe

Afrikanische Impression mit Dickhäutern im Sonnenuntergang

Afrikanische Impression mit Dickhäutern im Sonnenuntergang. Foto: jm

Der Chobe Nationalpark bietet großes Kino

Es ist wie im Kino, wenn der Vorhang aufgeht: Kaum hat der kleine Dampfer vom Steg der Chobe Lodge in Kasane abgelegt, geht’s schon los. Als kurze Werbeeinspielungen der Natur dreht zunächst ein Adler seine Runden über dem Chobe im nordöstlichsten Eck Botswanas. Eine Gruppe Paviane turnt im Geäst am Ufer und einige Antilopen nähern sich zögerlich und wachsam dem Wassersaum.

Für Kapitän Morgan ist das alles nur Vorgeplänkel. Während seine Gäste, vom Gegenlicht geblendet, lediglich einen dunklen Brocken im hohen Flussgras ausmachen, steuert er zielsicher darauf zu. Das Hauptprogramm beginnt. Morgan weiß, dass der Brocken ein mächtiger Elefant ist, der sich auf einer Flussinsel das hohe Gras schmecken lässt. Am Ufer nähert sich derweil eine Herde mit einem Dutzend Elefanten dem Chobe. Zwei junge Bullen messen ihre Kräfte, das Kleinste wird von den Alten mit Staub gepudert. Eine Elefantendame geht schwimmen und taucht sogar unter. Nur der Rüssel bleibt wie ein Schnorchel sichtbar.

Der Chobe-Nationalpark ist die Heimat von rund 75.000 Elefanten. Kein anderer Nationalpark bietet diesbezüglich mehr. Und diese enorme Zahl bedeutet auch, dass entlang des Flusses die größte Elefantenpopulation weltweit lebt.
Auch auf weiteren dieser Inseln im Chobe ist alles zum Greifen nahe: Flusspferde aalen sich gemütlich, Krokodile dösen und Riesenechsen von knapp zwei Metern Größe suchen das Steilufer nach Vogeleiern ab. Wenn Morgan nicht darauf aufmerksam gemacht hätte, hätte niemand die Echse gesehen. Perfekt tarnt sie sich in Form und Farbe an der Flusskante. Selbst die knallenden Sektkorken zum Sonnenuntergang stören das Tier nicht weiter.

Botswana wird meist mit dem Okavango-Delta gleichgesetzt. Dementsprechend voll kann es dort auch werden. Nur rund 300 Kilometer nordöstlich geht es im Chobe-Nationalpark dagegen weit geruhsamer zu. Auch der Chobe wirkt an vielen Stellen wie riesiger See – und ist dennoch nur ein Zufluss zum noch mächtigeren Sambesi, dem drittlängsten Strom Afrikas nach Nil und Kongo.
Auch an Land wird großes Kino geboten. Den Ranger im offenen Jeep, Innocent, interessieren Impalas und Vögel, Giraffen und Zebras nicht sonderlich.

Er geht auf Löwenpirsch. Und findet sie nach kurzer Zeit: zwei Männchen im Busch, zwei Weibchen mit ihren Jungen an einem Wasserloch. Am anderen Ufer säuft eine Büffelherde. Ihr Chef ist ein alter Kerl mit mächtigen Hörnern. Er lässt die Löwen zwar nicht aus den Augen, aber Angst hat er sichtbar keine. Die Jeep-Gruppe gesellt sich in dezentem Abstand dazu. Am Horizont ziehen fünf Giraffen vorbei. Alle freuen sich über das perfekte Bild. Nur Innocent schaut nicht mal hin. Er schenkt lieber Tee nach. Sind doch nur ein paar Giraffen ...

Jochen Müssig



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