Südafrika Afrika

Südafrika: Ganz unten

Hier beginnt der Chapman’s Peak Drive: die Hout Bay, rund 15 Kilometer südwestlich von Kapstadt.

Wer Kapstadt besucht, sollte das Kap nicht vergessen

Haben sich häuslich eingerichtet: Pinguine in Simons Town. Fotos: mg

Ein Grüezi hört man selten, doch der Dank gilt klar den Schweizern. Denn sie kennen sich mit Bergen aus. Und damit, wie man eine Straße am Hang so befestigt, dass sie auch sicher befahrbar ist. „Wir hatten jahrelang fürchterliche Steinschläge auf dem Chapman’s Peak Drive“, sagt Gaby Gang, Reiseleiterin der TUI-Agentur ATC. Dies habe nicht nur zu gefährlichen Unfällen, sondern sehr oft auch zur Sperrung der Straße geführt.

Sehr zum Ärger der Touristen. Denn zum Kap der Guten Hoffnung gibt es zwar verschiedene Wege. Doch der Chapman’s Peak Drive zählt mit Abstand zu den spektakulärsten. Eingeklemmt zwischen gewaltigen Bergen und dem Atlantik zählt der 15 Kilometer lange Abschnitt südlich von Kapstadt zu den schönsten Küstenstraßen der Welt.

Nicht weniger spektakulär ist das Kap selbst. Ganz unten, am zweitsüdlichsten Punkt Afrikas, steigen die Felsen derart spektakulär aus dem Wasser, dass das noch südlicher gelegene Kap Agulhas vor Neid erblasst. Hinzu kommen großartige Buchten für Picknicks, die Chance auf Wale und Haie im Meer sowie das Gefühl, am schönsten Ende der Welt zu stehen.

Für Spaß sorgen am Kap der Guten Hoffnung, das früher als Kap der Stürme bezeichnet wurde, mitunter die Paviane. Die wurden von Touristen auf den Geschmack von Chips und Sandwiches gebracht und greifen nun mit einer gewissen Aggression ins Geschehen ein, wenn sich ihnen die Gelegenheit dazu bietet.

Die andere Besonderheit dieser Affen ist, dass sie in der Kapregion bis ans Ufer gehen und dort nicht nur Krabben und Krebse fressen, sondern auch mal einen kleinen Pinguin vernaschen. Ein Phänomen, das angeblich einzigartig bei Pavianen ist.

Runder Abschluss eines Tagesausflugs ans Kap sind die Pinguine von Simons Town. Nicht ganz so frech wie die Paviane, sorgten sie bei den Anwohnern dennoch lange für Verdruss. Denn anstatt sich wie ihre Artgenossen eine stille Insel vor der Küste zu suchen, richteten sie sich in den 70er Jahren direkt am Stadtstrand häuslich ein. Und verwüsteten auf der Suche nach Baumaterial für ihre Nester die Vorgärten der Hausbesitzer. Heute sind sie eine Besucherattraktion und können für die Brut kleine, durchnummerierte Höhlen aus Plastik nutzen.

Die ideale Reisezeit für Kapstadt und die Kapregion ist der südafrikanische Sommer mit vielen warmen und sonnigen Tagen. Im August und September dagegen kann es sehr ungemütlich und vor allem feucht werden. Aber auch diese Zeit habe ihren Reiz, meint ATC-Reiseleiterin Gang: „Die Blütenpracht in dieser Zeit ist einfach wunderbar, und die Chance, ab Ende Juli von der Küste aus Buckel- oder Glattwale zu sehen, ziemlich groß.“

Bis Ende November bleiben die Riesen der Meere vor der Küste der Kapregion. In Hermanus, der nahe gelegenen Hauptstadt des Wal-Spotting an der Walker Bay, verkünden dann sogar Ausrufer am Strand, wo gerade ein Wal zu sehen ist.
Matthias Gürtler

Kommentar schreiben