Griechenland

Eincremen und dösen

Kreta: Ein Ausflug nach Chrissi Island verspricht einen Tag entspanntes Abhängen

Man mag es eigentlich kaum schreiben. Weil es nämlich niemand mehr lesen möchte. Dass das Wasser in Reiseziel X, Y oder Z „so türkis ist wie in der Karibik“. Deshalb gleich am Anfang des Textes, damit es schnell erledigt ist: Das Wasser rund um Chrissi Island ist so türkis wie in der Karibik. So.

Genau dieses Wasser dürfte auch der Grund dafür sein, weshalb sich jedes Jahr Tausende Urlauber (und Einheimische) im Süden Kretas vom Hafenstädtchen Ierapetra aus auf den Weg zu dem idyllischen Inselchen machen. Ein weiterer Vorteil: Chrissi Island ist unbewohnt und man kann dort auch nicht übernachten.

Heißt: Entweder man nimmt seine Isomatte und seinen Schlafsack mit und legt sich nachts an den Strand (was sehr beliebt, aber auch sehr verboten ist) – oder man fährt wie die meisten Ausflügler morgens mit der Fähre hin und abends zurück. So sind nie mehr als ein paar Dutzend Menschen auf der Insel, es gibt keine Shops und keine Sonnenbrillenverkäufer. Nur eine Bude, an der Eis und Getränke verkauft werden und eine kleine Beach Bar. Mit anderen Worten: Man hat einfach seine Ruhe.

Ankunft am „Golden Beach“

Die Anreise hat ein bisschen was von einer Mini-Kreuzfahrt. Die Fähre ist zwar nicht besonders schick, dafür erwirbt man mit der Fahrkarte auch gleich einen Essensgutschein für Nudeln, Fleischspieße oder was Frittiertes und ein Getränk.

In den 45 Minuten, die die Überfahrt in etwa dauert, kann man es sich schön an Deck gemütlich machen und zusehen, wie Chrissi Island immer näher rückt. Dann werden alle Passagiere auf einmal ausgekippt und machen sich mit Flipflops an den Füßen und einer überdimensionierten Badetasche über der Schulter auf den Weg zum „Golden Beach“. Der heißt nicht umsonst so und bietet bei klarer Sicht einen schönen Blick auf die Hauptinsel Kreta.

Beliebter Ferienjob

Dann passiert: gar nichts. Freunde des gepflegten Abhängens können hier einen Tag lang ohne schlechtes Gewissen tun und lassen, was sie wollen. Wobei das mit dem Tun fast schon ein bisschen schwierig ist. Mal ein bisschen im hüfthohen klaren Wasser planschen, mal unter dem Sonnenschirm dösen oder ein Buch lesen. Zwischendurch ein Eis oder noch mal Sonnencreme nachlegen.

Fast schon ambitioniert mutet es an, wenn man einmal quer über die Insel läuft. Das dauert etwa 20 Minuten und man sollte auf gar keinen Fall barfuß loslaufen. Der sandige Weg durch die uralten Wacholderwälder wird nämlich recht schnell steinig und dornig.

Bei griechischen Studenten übrigens sehr begehrt ist der Ferienjob als Barkeeper oder Sonnenliegenvermieter auf der Insel. Denn die haben, wenn die Fähre am Nachmittag die von der Sonne und dem Nichtstun wohlig geplätteten Tagesausflügler eingesammelt hat, einen ganzen Sommer lang etwa zwölf Stunden am Stück ein Fleckchen Mittelmeer-Karibik ganz für sich alleine.

 

Ausflug nach Chrissi Island

Der Tagesausflug nach Chrissi Island ist zum Beispiel bei Thomas Cook und Neckermann Reisen buchbar und kostet pro Erwachsenem je nach Entfernung des Hotels von der Stadt Ierapetra etwa 40 Euro. Zwei Sonnenliegen samt Schirm kann man vor Ort für zehn Euro mieten.

Susanne Layh