Kenia

Unter wilden Tieren

Komfortabel: Unterkunft mit eigener Dusche.

Im Busch ist es gut, den Rücken frei zu haben

Vom Tisch an den Pool – und das mitten in der Wildnis. Fotos: sps

Trockenes rotes Land und weite Savannen, überragt vom Kilimandscharo – das war meine Vorstellung von Kenia. Knapp drei Stunden nach der Landung in dem ostafrikanischen Land empfängt uns das private Reservat in den Mbulia-Bergen rund um die neue Kipalo Lodge überraschend grün.

An drei Seiten ist das Schutzgebiet mit dem Camp, das sechs Zelte umfasst, vom Nationalpark Tsavo West eingegrenzt, nur die Hauptstraße von Mombasa nach Nairobi trennt es vom Nationalpark Tsavo East. Beste Voraussetzungen für Tierbeobachtungen – wären da nicht dicht an dicht Blätter und Blüten an Bäumen und Sträuchern. „Die letzte Woche hat es ungewöhnlich viel geregnet“, erklärt Richard Corcoran.

Der Kenianer ist gemeinsam mit dem österreichischen Touristiker Mario Enzesberger und dem Deutschen Andreas Henckell das Herz von New African Territories (NAT), einer Tochter von Liberty International. Neben Lodges hat NAT auch mobile Camps, etwa in der Serengeti, im Nationalpark Massai Mara sowie ein Fly Camp im Portfolio. Vor allem bei der großen Tierwanderung ist die Mobilität der Unterkünfte ein Plus: Die Zelte können mit den Strömen von Gnus, Zebras und Antilopen mitziehen.

Die Blickdichte der Natur macht den Buschwalk an der Kipalo Lodge zum Abenteuer. Schließlich laufen wir mitten durch Elefantenland. Leise knirschen die Schritte, mucksmäuschenstill folgt die Gruppe den beiden Spähern Richard und Peter. Plötzlich entdeckt Peter den Abdruck eines Elefanten, der vor wenigen Stunden hier lang gekommen ist. „Wer gut Spuren lesen kann, kann aus der Tiefe der Eindrücke sogar schätzen, wie schwer die Stoßzähne des Tieres sind“, erklärt er. Diese sind immer noch begehrt. In einer Baumkrone in der Nähe sind Äste zu einem Wildererausguck zusammengefügt.

Vorbei geht es an einer braunroten Felsformation, von Richard Leopardenfelsen genannt. Vor Kurzem hat er hier beobachtet, wie eine Leopardenmutter ihren Jungen das Jagen beibrachte. „Erst hat sie ihre Kleinen auf dem Plateau platziert“, erzählt er. „Dann hat sie in eine Höhle gebrüllt.“ Blitzschnell seien die Erdmännchen herausgeflitzt, direkt den Wildkatzen vors Maul. Das Gesetz, dass die Großen die Kleinen fressen, gilt hier noch im ganz direkten Sinn.

Na prima! Mein Zelt liegt einige Hundert Meter oberhalb der offenen Lounge mit Swimmingpool auf einem Plateau, ziemlich am Ende der Unterkünfte. Der Blick in die Weite hatte mich vormittags sofort begeistert. Hoffentlich höre ich dort heute Nacht keine Sägegeräusche, wie Richard gerade das Ein- und Ausatmen eines Leoparden vormacht. Die Unmittelbarkeit der Natur lässt plötzlich Urinstinkte wach werden.

Zwar höre ich nachts im Schutz meines Zeltes niemanden Holz sägen, Leoparden sind also nicht in der Nähe. Dafür weht ab und zu ein strenger Geruch durch den Moskitoschutz an den Zeltfenstern, gefolgt von Schnattern und Kreischen. Das sind nur Paviane, beruhige ich mich. Trotzdem verschließe ich das Gazefenster hinter meinem Bett lieber mit einer Segelplane. Im Busch ist es schließlich immer gut, den Rücken frei zu haben.


Simone Spohr

Buchungsinformationen
NAT-Produkte findet man bei Dertour Deluxe, Iwanowski’s Reisen und Jacana Tours. Informationen unter www.africanterritories.co.ke und bei Edin Muminovic von der NAT-Vertretung, Telefon 0 81 51 / 55 50 70.

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