Äthiopien

Paläste, Kirchen, Monolithen

Kinder im Nationalpark Simien Mountains

Per Fly-in-Safari lassen sich die Schätze des Landes bündeln

Die Gondar-Palastanlage Gemp ist Unesco-Weltkulturerbe. Fotos: rfk

Manchmal ist ein Kleinflugzeug einfach das perfekte Transportmittel: Beispielsweise, wenn man neben den klassischen Höhepunkten des äthiopischen Hochlands auch die eisigen Gipfel des Mount Ras Dashens auf 4.550 Metern erleben will. Eine Distanz von rund 4.000 Kilometern – eine Reise, auf der wir viel erleben.
Von der Vier-Millionen-Metropole Addis Abeba startet der erste Flug nach Bahir Dar am Tanasee. Auf Inseln und Halbinseln stehen orthodoxe Klöster und Kirchen, wie der hölzerne Rundbau Ura Kidane Mihret aus dem 14. Jahrhundert. Auf bizarren Wegen begleiten uns fröhliche Menschen zu den Wasserfällen des Blauen Nils. 
Über Land geht es dann zur Palastanlage Gemp, Unesco-Weltkulturerbe, mit deren Bau im Jahr 1636 begonnen wurde. Alljährlich reisen im September Tausende Pilger hierher, um das Fest Johannes des Täufers und das Meskal-Fest zu Ehren der Auffindung des Heiligen Kreuzes zu feiern. 
Trekking-Freunde machen sich zum Semien-Mountain-Nationalpark auf, Unesco-Weltnaturerbe, und sehen traumhafte Bilder: bizarre Gipfel, schroffe Canyons und die Simien Lodge, auf 3.260 Höhenmetern das höchste Hotel Afrikas.
300 Kilometer weiter landen wir am Bergdorf Lalibela, dessen Grottenkirche Neakuto Leab und zahlreiche Felskirchen für einen Besichtigungsmarathon bereitstehen. Wer alle elf sehen will, sollte einen zusätzlichen Tag einplanen. 
35 Flugminuten später sind wir beim Wahrzeichen äthiopischer Kultur: Axum, das „Rom Äthiopiens“. Stelenkolosse aus Granit sind hier zu bewundern, die umgestürzte Nummer eins zählt mit 33,50 Metern und 520 Tonnen Gewicht zu den größten bearbeiteten Monolithen der Welt. In der Kathedrale nebenan soll sich die Heilige Bundeslade mit den Zehn Geboten Moses befinden, zu sehen gibt’s die Grabmale der Könige Caleb, Meskal und Remhai, die Grundmauern des Palastes der Königin von Saba.
Acht Fahrstunden durch die Region Tigray führen zum sabäischen Mondtempel in Yeha, der im fünften Jahrhundert vor Christus für die Königin von Saba erbaut worden sein soll. Auf der Liste stehen noch das Bistum der äthiopisch-katholischen Kirche Adigrat, Negash, die erste Siedlung der Gefolgsleute Mohammeds, in Wukro die archäologische Ausgrabungsstätte mit sabäischem Opfertisch sowie in Mekele die Residenz Kaiser Yohannes IV.
Zum Abschluss der Reise besuchen wir, zurück in Äthiopiens Hauptstadt, eine Kaffeerösterei, ein Handwerkszentrum, in dem arbeitslose Frauen handgefertigte Stoffe, Silber- und Goldschmuck produzieren, und das 2000 Habesha Cultural Restaurant, in dem es neben äthiopischem Essen Tanzvorstellungen gibt.
Roland F. Karl

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