Türkei

Östliche Ägäis: Zur Insel der Kleopatra

Kadir Ugur am Ruder seiner Yacht in der türkischen Ägäis.

Kadir Ugur am Ruder seiner Yacht in der türkischen Ägäis. Foto: sw

Mit der Ben Swiss Yacht durch die türkische Inselwelt

Kadir Ugur ist glücklich. Das Fahrtgebiet ist traumhaft, das Wetter passt, und er selbst hat das Steuer in der Hand. So ist er es als Chef des Türkei-Spezialisten Bentour Reisen gewohnt. Und so kann er diesen Törn durch die türkische Ägäis am besten genießen.

Die ist ein Traumrevier für Segelfans. Und das auch dann, wenn sie nicht wie Ugur selbst segeln können. Denn die türkischen Gulets, die unter anderem von Side aus in See stechen, verfügen immer über einen Skipper. Urlauber sollen vor allem ‧eines: bei der Fahrt durch die traumhafte Inselwelt entspannen, gut essen und an den schönsten Stellen ins Wasser springen.

Ankern in einsamen Buchten
Dafür gibt es unzählige traditionelle Motorsegler, die über nahezu alle Türkei-Anbieter buchbar sind. Und es gibt die modernen Ben Swiss Yachten. Sie sind mit Elektronik vom Feinsten ausgestattet, setzen beim Fortbewegen aber auf Tradition: „Wir werden möglichst viel Bio fahren“, verkündet Ugur und meint damit, dass gesegelt wird – „ohne Motorgeräusch und ohne Dieselgeruch“.

Eine der beiden Bentour-Yachten wird ab Antalya eingesetzt, die andere ist in Bodrum stationiert und konnte bisher nur komplett gechartert werden. Im Sommer ist sie neu im Katalog der Blauen Reise aufgelistet und kann von Einzelreisenden gebucht werden. Vier Doppelkabinen besitzt das Schiff, eine davon ist mitunter vom Chef persönlich belegt: „Wenn ich Zeit habe, bin ich an Bord.“ Den Gästen kann es nur recht sein: Ugur ist ein angenehmer Reisebegleiter, der seine Kunden verwöhnt.

Abends ankert die Yacht wie andere Gulets auch in einer der einsamen Buchten, von denen es in diesem Teil der Ägäis viele gibt. Wenn der Anker geworfen ist, springt Skipper Murat mit einem Tau ins Wasser, um es an Land zu befestigen, damit die Yacht sich nachts nicht dreht. Die große Stunde des Skippers kommt erst danach: Murat ist ein begnadeter Koch. Besonders spannend wird das Essen für die Gäste, wenn Murat und sein Chef vorher selbst Fische gefangen haben.

Ein Geschenk von Marcus Antonius
Obwohl Ugur das alles schon ungezählte Male erlebt hat, freut er sich über eine anheimelnde Bucht, einen Sonnenuntergang oder eine frische Brise, als erlebte er das zum ersten Mal. Besonders gern zeigt er seinen Mitreisenden den Kleopatra-Strand auf dem Eiland Sedir Adasi. „Aber nur vor zwölf Uhr, danach kommen die Massen“, sagt Murat.

Die Insel, einst ein Geschenk des römischen Feldherrn Marcus Antonius an seine Geliebte Kleopatra, ist ein Idyll mit Zedern, Palmen, viel Grün und einem kleinen, aber herrlichen Badestrand. Der schneeweiße Korallensand wurde angeblich von Antonius aus Tunesien hierher gebracht und wird durch Einzäunungen davor geschützt, über die ganze Insel getragen zu werden.

Beim Spaziergang entdecken Besucher die gut erhaltenen Reste eines antiken Amphitheaters, das auf gewaltigen Sitzbänken 2.500 Gästen Platz bot. Nach einiger Zeit am Strand drängt Ugur zum Aufbruch. Es ist kurz vor zwölf – und der Chef kann es kaum erwarten, wieder das Steuer zu übernehmen.
Horst Schwartz

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