Seychellen

Seychellen: Inseln der Stille

Strandidylle wie aus dem Bilderbuch: Auf der Insel La Digue findet man noch viele unberührte Plätze und kleine Buchten. Foto: wikimedia

Schöne Strande, eine ausgezeichnete Küche und viel Ruhe

David Beckham war schon hier und auch Lothar Matthäus ließ sich bereits auf den Seychellen verwöhnen. Doch nicht nur zahlreiche Prominente, sondern auch viele normale Urlauber schätzen die Ruhe und Abgeschiedenheit, die die Inselgruppe im Indischen Ozean Reisenden bietet. Das Wort Massentourismus ist bei insgesamt nur rund 160.000 ausländischen Gästen pro Jahr, die sich zudem auf den unterschiedlichen Inseln sehr gut verteilen, ein echtes Fremdwort.

Wer vor allem Erholung sucht, ist auf La Digue richtig. Die rund 2.500 Einwohner pflegen einen äußerst geruhsamen Lebensstil. Die kleine, bewaldete und felsige Insel lässt sich gut mit dem Fahrrad entdecken – und wer es noch geruhsamer mag, nimmt einfach das Ochsenkarrentaxi oder geht zu Fuß. An den vielen schönen und naturbelassenen Stränden des Eilandes finden sich immer wieder unberührte Plätze und kleine Buchten, an denen stressgeplagte Mitteleuropäer abschalten können, denn der Blick auf die Wellen und das Rauschen des Meeres sind Balsam für die Nerven.

Zu der Beschaulichkeit von La Digue passen auch die kleinen Hotels und privaten Gästehäuser, in denen die Mehrzahl der Besucher unterkommt, und wo sie auch die äußerst schmackhafte kreolische Küche genießen können. Vor allem Fischfreunde und Anhänger von scharfen Currygerichten kommen hier voll auf ihre Kosten.Nicht ganz so beschaulich geht es auf Mahe zu, der größten und wichtigsten der insgesamt 115 Eilande. In der Hauptstadt Victoria schlägt das Herz der Inselgruppe – und wer etwas über die Seele des nur 88.000 Einwohner zählenden Volkes der Seychellen erfahren will, wird hier garantiert fündig. Auf dem kleinen Markt im Stadtzentrum sind alle Volksgruppen des Landes vertreten: Schwarze, Inder, Weiße, asiatisch- und arabischstämmige Bewohner sind auf der Suche nach frischem Fisch, bunten Gewürzen, Obst und Gemüse oder auch nach Schmuck und Kunstgewerbe. Die Menschen sind meist freundlich und gelassen, und die ganze Atmosphäre unterscheidet sich stark von den turbulenten Märkten Afrikas und Arabiens.

Ganz in der Nähe liegt der sehenswerte indische Tempel Arul Mihu, und ebenfalls nicht weit entfernt befindet sich eine Miniaturversion des berühmten Londoner Big Ben. Nach 18 Uhr werden in Victoria jedoch die Bürgersteige hochgeklappt, und nur an wenigen Orten gibt es so etwas wie ein Nachtleben. Doch wer auf die Seychellen reist, sucht genau dies meist ohnehin nicht.

Mit dem Schiff oder dem Flugzeug geht es weiter nach Praslin, der zweitwichtigsten Insel des Archipels. Hier wachsen im Nationalpark Valle de Mai die legendären Coco de Mer – Kokosnüsse, deren Form erstaunlich stark an die weibliche Anatomie erinnert, und um die sich dementsprechend zahlreiche erotische Mythen ranken. Doch Praslin bietet noch weit mehr. So wird der Strand Anse Lazio zu den schönsten der Welt gezählt – und überrascht damit, dass sich dort trotzdem kaum Menschen befinden, und alles seltsam unberührt wirkt. Und vielleicht ist genau dies das Geheimnis dieser immer noch ein wenig paradiesisch wirkenden Inselgruppe im Indischen Ozean.
Jörg-Michael Weiß

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