Verkehr

Lufthansa: „Das muss noch besser werden“

Ist mit der Performance der Lufthansa-Airlines noch nicht zufrieden: Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Foto: Lufthansa Group

Ist mit der Performance der Lufthansa-Airlines noch nicht zufrieden: Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Foto: Lufthansa Group

Lufthansa-Chef Carsten Spohr sieht beim Flugbetrieb des Kranich-Konzerns noch deutlich Luft nach oben. „Wir sind bei der Zuverlässigkeit inzwischen wieder bei 99 Prozent und bei der Pünktlichkeit bei 70 Prozent“, so Spohr am Donnerstagabend auf einem Medien-Event in der Lufthansa-Zentrale in Frankfurt. „Das ist aber noch nicht unser Maßstab, das muss noch besser werden.“

Nachfrage bis in den Herbst hinein hoch

Der Lufthansa-Boss verwies zugleich darauf, dass diese Werte angesichts der aktuellen Umstände in der Luftfahrtbranche, die noch immer vor allem unter Personalnot leidet, gut seien. Und die Gruppe arbeitet ihm zufolge daran, diese Probleme zu beheben: „Allein in den Jahren 2022/2023 wurden bei uns 23.000 neue Mitarbeiter eingestellt.“ Momentan seien es monatlich sogar 1.200, sodass es Bereiche im Unternehmen gebe, in denen jeder vierte Beschäftigte neu sei. Dies bedeute einen enormen Aufwand an Schulung und Einarbeitung, so Spohr.

Dessen ungeachtet sei die Nachfrage nach Flugreisen ungebrochen hoch. „Der Sommer endet nicht, auch der September ist immer noch stark“, berichtete der Vorstandschef. Lufthansa fliege bis in den Herbst hinein noch Ziele an, bei denen sonst im September Schluss gewesen sei. Diese Nachfrage, „die wir so nicht kennen“, treffe aber auf ein Angebot, das noch nicht wieder das Vor-Corona-Niveau erreicht habe.

Das liege auch an „tief liegenden Problemen“ bei den Flugzeugherstellern, unter anderem, was die Zulassung neuer Maschinen angehe. So stünden fabrikneue Boeing-777-Maschinen bereits drei Jahre am Boden und könnten nicht ausgeliefert werden. Spohr verwies außerdem auf die Schwierigkeiten mit Triebwerken von Pratt & Whitney in Airbus-Flugzeugen, die wahrscheinlich im nächsten Jahr aufwändig gewartet werden müssen. Durch die genannten verschiedenen Probleme werde es „noch länger dauern, bis wieder das Niveau vor der Krise erreicht wird“.

Darauf reagiert Lufthansa unter anderem mit der bereits angekündigten Reaktivierung von acht Airbus A380. In die Großraumjets werde laut einem Beschluss des Vorstands nun auch eine neue Business Class eingebaut, kündigte Spohr an. 

„Jede Airline wird profitabel sein“

Insgesamt zeigte sich der Lufthansa-Chef mit dem laufenden Geschäft aber zufrieden. „Wir werden unser Ziel erreichen, dass dieses Jahr jede Airline der Lufthansa-Gruppe profitabel sein wird.“ Unlängst hatte auch die chronisch defizitäre Billigflug-Tochter Eurowings angekündigt, erstmals schwarze Zahlen zu schreiben.

Optimismus verbreitete Spohr zudem hinsichtlich des Einstiegs bei der italienischen ITA Airways, die noch von der EU genehmigt werden muss. Er gehe „fest davon aus, dass die Zusage aus Brüssel kommt, sodass wir nächstes Jahr loslegen können“.

Thomas Riebesehl