Südafrika

Vor God’s Window

Faszinierend: der Blyde River Canyon

Faszinierend: der Blyde River Canyon

Die Panoramaroute macht ihrem Namen alle Ehre

Die einmalige Felslandschaft von Bourke’s Luck Potholes. Fotos: uf

Was er in Südafrika am faszinierendsten findet? Evenick Mhkatshwa zuckt mit den Schultern und lächelt fast verlegen. So genau könne er das nicht sagen, entschuldigt er sich. Es gebe so viel Schönes zu entdecken. „Aber das hier ist schon ein Highlight“, sagt er und deutet nach unten.

Mit „das hier“ meint der Guide von der Incoming-Agentur Mfafa Safaris den Blick auf die Three Rondavels im Blyde River Canyon. Die gewaltigen Felsen erinnern an die Hütten Einheimischer: Sie sind rund und haben eine Art spitzzulaufendes Dach. „Der Canyon ist übrigens der grünste der Welt“, erklärt Evenick und zeigt auf die Hänge in sattem Grün, die mit dem dunkelblauen Blyde River in mehreren Hundert Metern Tiefe ein gelungenes Panorama bieten.

Das Blyde-River-Canyon-Gebiet ist der wohl faszinierendste Teil der beliebten Panorama-Route, die als eine der schönsten Auto-Routen in Südafrika gilt. Sie ist gut 100 Kilometer lang und trotz einiger Schlaglöcher gut befahrbar.

Man erreicht das Blyde-River-Canyon-Gebiet auf der Straße R532 von Graskop aus. Der kleine Ort liegt gut 400 Kilometer nordöstlich von Johannesburg entfernt in der Provinz Mpumalanga. Vorbei geht es an atemberaubender Landschaft bis zu Bourke’s Luck Potholes. „Hier beginnt der Canyon“, sagt Evenick. Die Felslandschaft, die vor Jahrmillionen entstand, ist bizarr. Namensgeber war der glücklose Goldsucher Tom Bourke. Zwar fand er vor Ort eine geringe Menge Gold, doch die Goldader fand sich außerhalb seines Claims.

Die Wassermassen haben sich durch den roten Sandstein gegraben, Strudellöcher gebildet und einen tiefen Canyon geformt. Über Brücken gelangen die Besucher von Seite zu Seite, während tief unten das Wasser des Flusses rauscht. Die Landschaft lässt die Gäste die Zeit vergessen, bis sich der knurrende Magen meldet.

Weiter geht es zu einem weiteren besonderen Fleckchen an der Panoramaroute, zur Potluck Boskombuis. Das urige Open-Air-Restaurant schmiegt sich an einen Felsen. Mit viel Liebe zum Detail ist es eingerichtet, man sitzt auf Holzstämmen und kann das Mittagessen mit Blick auf einen Fluss genießen. Zwei Frauen, die heute keine Lust haben, mit den Touristen zu sprechen, grillen Fleisch und bereiten Maismehlspeisen zu.

Nach einem himmlischen Essen geht es gut gestärkt weiter zu God’s Window. Einem Aussichtspunkt, der einen Blick über das Lowveld bietet, ein weites subtropisches Gebiet, das Wasserfälle, Felsformationen, Klippen und Wälder umfasst. „Bei gutem Wetter kann man sogar bis ins benachbarte Mosambik schauen“, sagt Evenick.

Doch heute lassen sich die Berge des Nachbarlands nur erahnen. Diesig ist es mittlerweile geworden, Nebel zieht auf. Als hätte jemand die Vorhänge vor God’s Window zugezogen.

Ute Fiedler

Die Panoramaroute

Zahlreiche Veranstalter bieten Rundreisen an, die auch zu den Highlights der Panoramaroute führen. Die Route führt über die zerklüfteten Höhenzüge der Drakensberge und bietet weite Ausblicke auf die Ebenen des Lowvelds, wo sich auch der Krüger-Nationalpark befindet.

Weitere Infos gibt es bei South African Tourism: www.southafrica.net.

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