Indonesien

Bali: Touristen willkommen

Jany-Michel Fourré, Chef des Matahari Beach Resort, mit Kindern des hauseigenen Kindergartens.

Jany-Michel Fourré, Chef des Matahari Beach Resort, mit Kindern des hauseigenen Kindergartens. Foto: bk

Der Nordwesten der Indonesien-Insel wird immer attraktiver

Die Sonne steht schon tief. Unter der Felsklippe, auf der der Pura Pabean thront, liegt der blaugrüne Ozean im glitzernden Licht, begrenzt von schroffem Gestein und Stränden aus dunklem Lavasand und Kieseln. Auf der nahen Küstenstraße suchen Mopeds und Autos einen Parkplatz. Viele Frauen tragen Körbchen mit Blüten, Früchten und gefärbtem Reis. Räucherwerk duftet.

Knapp 1.000 Menschen aus den umliegenden Dörfern, vier Touristen und eine Horde neugieriger, leicht aggressiver Makaken-Affen sind auf den Beinen. Einen Sarong umzuwickeln ist auch für Urlauber Pflicht. Gleich beginnt in der Tempelanlage eine Hindu-Dharma-Zeremonie. Touristen sind herzlich willkommen. „Wir freuen uns über Gäste und Investoren. Die bringen uns Arbeit und Einkommen“, sagt Mister Warka, Chef eines Kramladens. Zudem werde dem Nachwuchs geholfen. Er zeigt über die Straße in Richtung Kindergarten. Die Kleinen sammeln gerade Unrat und bringen diesen zum großen Abfallkorb, wo Jany-Michel Fourré, Chef des Matahari Beach Resorts, auf sie wartet. Der sagt: „Naturschutz und Mülltrennung lernen schon die Jüngsten. Das ist auch Teil des Konzepts unseres Hotels.“ Das Edel-Resort gehört dem deutsch-indonesischen Unternehmerehepaar Magnus und Parwathi Bauch aus München, das auch den Dorfkindergarten gebaut hat. Ihr Haus wurde gerade auf einer Asean-Tagung mit dem „Green Hotel Standard“ ausgezeichnet. Warmwasser wird im Hotel durch Sonnenenergie erwärmt, Abwasser in einer biologisch arbeitenden Kläranlage gereinigt. Leisten kann sich das Matahari den Kindergarten auch deswegen, weil das Geschäft brummt. Das gilt derzeit für ganz Bali. „Die klassischen Urlaubsgebiete Nusa Dua, Sanur und Kuta melden Belegungen von teil?weise über 90 Prozent“, sagt Gerald Heyduck, Präsident der Incoming-Agentur Melali Bali. So mancher Anbieter schaue sich bereits nach ergänzenden Zielen im Nordwesten um. Jüngste Eröffnung ist das Boutique-Resort Mimpi in Menjangan. Das Konzept der Anlage zielt auf Tauchkunden und nachhaltigen Tourismus. Tourismusminister Jero Wacik, der aus Bali stammt, sieht dies positiv. „Wir wollen verstärkt auf Ziele setzen, die noch wenig bekannt sind.“
Bernd Kubisch