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Ungarn: Countdown in Transdanubien

Zwei Sehenswürdigkeiten in Pécs: der frisch restaurierte Dom ...

Zwei Sehenswürdigkeiten in Pécs: der frisch restaurierte Dom ...

Pécs: Die Kulturhauptstadt 2010 erscheint in neuem Glanz

... und die ehemalige Moschee Gazi Khassim.

... und die ehemalige Moschee Gazi Khassim. Fotos: aze

Große Ereignisse werfen ihre Baustellen voraus. Doch kurz vor Jahresende 2009 verbreiten die Planer des Mega-Events Zuversicht, dass sich die südungarische Universitäts- und Bischofsstadt Pécs rechtzeitig zum Startschuss als Europäische Kulturhauptstadt 2010 so glanzvoll präsentieren kann wie selten in ihrer rund 2.000-jährigen Geschichte.

Im Trio der nächstjährigen Kulturhauptstädte Ruhrgebiet und Istanbul spielt Pécs dabei die Rolle der überschaubaren, üppig dekorierten Bilderbuchstadt zwischen Barock, Klassizismus und Jugendstil. Über drei Dutzend Musik-, Kultur-, Wissenschafts-, Design-, Pop- und sonstige Festivals und Kongresse bilden die Begleitmusik für ein vielfältiges Festjahr.

Lieblingsmotiv Widderkopf
Auch wegen des trocken-heißen Klimas wirkt Pécs wie eine mediterrane Stadt, und nicht nur beim alljährlichen Mediterran-Festival (2010 vom 1. bis 5. September) strahlt der zentrale Széchenyi-Platz südliches Flair aus. Der weitläufige Platz mit seinen großen Terrassen bildet das Herz des ehemaligen Fünfkirchen, umgeben von prächtigen Gebäuden, darunter besonders das üppig geschmückte neobarocke Rathaus. In der Mitte erheben sich die für ungarische und österreichische Städte typische Dreifaltigkeits- oder Pestsäule sowie die Reiterstatue des siegreichen Feldherrn im Türkenkrieg, Janos Hunyadi.

Auf die fast 150-jährige Zeit der türkischen Herrschaft von 1543 bis 1686 geht auch das Wahrzeichen der Stadt zurück, die ehemalige Moschee Gazi Khassim am oberen Ende des Platzes mit einer originellen Besonderheit: auf den türkischen Halbmond über der mächtigen Kuppel wurde ein christliches Kreuz aufgesetzt.

Lieblingsmotiv der Pécs-Besucher ist allerdings der in irisierend grüner Farbe schimmernde Widderkopf-Brunnen am unteren Ende des Platzes, der auf das berühmteste und volkstümlichste der zehn Museen der Stadt hinweist, das Miklós-Zsolnay-Museum. Sein Namensgeber schuf vom 19. bis ins 20. Jahrhundert metallartig glänzende Keramikkunstwerke, die auf Ausstellungen in aller Welt bewundert wurden und in kleinerem Umfang bis heute hergestellt werden. Das Museum des aus Pécs stammenden, weltbekannten Op-Art-Künstlers Victor Vasarely soll im Sommer 2010 wiedereröffnet werden.

Eine Stadt für Fußgänger
Auf die Besuchermassen vorbereitet zeigt sich die neu gestaltete Flaniermeile Kiraly mit ihren Straßencafés und überreich dekorierten Fassaden. Ein Baudenkmal reiht sich hier am anderen: das neobarocke Theater, das Hotel Palatinus im Stil der Wiener Sezession, blumengeschmückte Balkone aus der Gründerzeit.

Viele der Sehenswürdigkeiten lassen sich in Pécs Innenstadt zu Fuß entdecken, beispielsweise der aufwändig restaurierte Dom und die von der Unesco als Weltkulturerbe geadelten christlichen Grabkammern aus dem 4. Jahrhundert.
Monika Zeller

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