Kasachstan

Kasachstan: Das goldene Ei des Samruk

Die Christi-Himmelfahrt-Kathedrale ist das Wahrzeichen der alten Hauptstadt Almaty. Foto: cb

Das asiatische Land spielt europäischen Fußball und hat Touristen viel zu bieten

Am Anfang steht eine große Hürde: Zwei lange Seiten ist der Visa-Antrag lang, den deutsche Touristen für eine Reise in das neuntgrößte Land der Erde ausfüllen müssen. Neben den Nerven kostet der Spaß 32 Euro. Doch dann liegt ihnen Kasachstan zu Füßen.

Denn das Land, das über große Vorräte an Öl und anderen Bodenschätzen verfügt und in der vergangenen Woche Gegner der deutschen Fußballnationalmannschaft war, hat touristisch jede Menge Highlights zu bieten. Neben den schier endlosen Steppen, einst beherrscht von kriegerischen Nomadenvölkern wie Saken, Hunnen und Mongolen, gehören dazu unter anderem die Gebirgsmassive von Tienschan und Altai sowie der an Russland verpachtete Weltraumbahnhof Baikonur. Dort entwickelt sich Raketentourismus nach dem Vorbild des Kennedy Space Centers in Florida.

Äußerst spannend ist ein Besuch der beiden sehr unterschiedlichen Großstädte Astana und Almaty. Mit Astana hat Präsident Nursultan Nazarbajev internationale Top-Architekten sein Brasilia bauen lassen. Als Hauptstadt hat es Almaty, das ehemalige Alma-Ata, 1998 abgelöst: In der Folge wurde die Verwaltung verjüngt und erneuert, außerdem die Landflucht aus dem dünn besiedelten Vielvölkerstaat gestoppt. Umgeben von Regierungsgebäuden, dient der 97 Meter hohe Aussichtsturm Bajterek als Wahrzeichen Astanas. Der legendäre Wundervogel Samruk hat sein goldenes Ei mit den Wünschen und Sehnsüchten der Menschheit in den „Baum des Lebens“ gelegt. Heute befindet sich eine Aussichtsplattform im Ei.

Von dort fällt der Blick auf Lord Norman Fosters Palast des Friedens und der Eintracht. In der 77 Meter hohen Pyramide hat 2009 der Kongress der Weltreligionen getagt. Das spektakuläre Gebäude mit Friedenstauben auf der gläsernen Spitze kann besichtigt werden. Foster hat in Astana auch Khan Shatyry geplant, ein 150 Meter hohes Zelt über künstlichem Palmenstrand und Botanischem Garten. Verglichen mit dem riesigen Wohnkomplex „Triumph von Astana“ in stalinistischem Zuckerbäcker-Stil, wirkt es geradezu filigran. Einen Stopp ist auch Kasachstans größte Moschee „Nur Astana“ wert, gestiftet vom Emir von Katar. Wen Staatspräsident Nazarbajevs Leben und Lebensstil interessiert, der sollte das Museum voller Staatsgeschenke in dessen ehemaliger Residenz besuchen.

Ganz anders wirkt das pulsierende Almaty vor der Kulisse des Tien-Schan-Gebirges. Im Eisstadion Medeu und im Skigebiet Schymbulak mit 3,5 Kilometer langer Abfahrtspiste finden 2011 die Asien-Winterspiele statt. Almaty ist das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum des Landes und bietet hervorragende Restaurants. Wie in Astana betreibt die türkische Kette Rixos hier ebenfalls ein Luxushotel, aber auch Hyatt, Interconti und Holiday Inn sind präsent.

Besonders lohnt ein Spaziergang durch den Park der 28 Gardesoldaten. Diese fielen 1941 in der Schlacht an der Wolokolamsker Chaussee, bei der 50 deutsche Panzer vernichtet wurden. In einem Park im Zentrum steht die Christi-Himmelfahrt-Kathedrale, der Sitz des russisch-orthodoxen Bischofs von Turkestan. 1907 hat sie der Architekt A. P. Senkov aus verputztem Tannenholz errichtet. Seither hat die Kathedrale schwere Erdbeben unbeschadet überstanden. Rundherum tobt das Leben, denn der Park rund um die Kathedrale ist ein Familienziel, wo sich auch Hochzeitspaare gerne fotografieren lassen.

Christian Boergen

 

Nach Kasachstan reisen
Reisen nach Kasachstan werden in Deutschland unter anderem von Go East Reisen, Lernidee Erlebnisreisen, Olympia-Reisen, Studiosus Reisen, Ikarus Tours, Ventus Reisen und Windrose Fernreisen angeboten. Air Astana fliegt von Frankfurt nach Almaty (www.airastana.com). Das Visum erteilt die Kasachische Botschaft in Berlin. Informationen unter www.botschaft-kasachstan.de.

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