Luxemburg

Leckeres Großherzogtum

Blick von der Festung auf die Abtei Neumünster

Hier sind Genießer in Sachen Kultur und Kulinarik richtig

Frisches gibt es auf dem Place Guillaume II. Fotos: cd

Place Guillaume II am Samstagmorgen: Im Schatten des Reiterstandbildes sind die Stände des Marktes aufgebaut. Luftgetrocknete Würste und Nougat aus Frankreich sind ebenso zu finden wie allerlei Gemüse aus der Region, das liebevoll zu kleinen Stillleben aufgebaut ist. Zwischen den Ständen herrscht emsiges Treiben. Die Luxemburger lieben ihren Markt. Er dient nicht nur dem Einkauf, sondern auch als sozialer Treffpunkt. Und der beliebte Meeresfrüchtetempel „Brasserie Guillaume“ liegt auch gleich am Platz.

Alles liegt in Luxemburg-Stadt ganz dicht beieinander. Die wohl kleinste Metropole der Welt mit nur rund 100.000 Einwohnern aus über 150 Ländern ist ein Bilderbuchort mit von der Unesco geadelter historischer Altstadt. Weltläufig ist man trotzdem, schon wegen der Vielsprachigkeit – man parliert außer im landestypischen Letzebuergsch auch fließend auf Deutsch und Französisch.

Steil ragt die Stadt aus den Tälern der beiden Wasserläufe Alzette und Petrusse auf. Zum Glück gibt es den Aufzug vom Plateau de Saint-Esprit hinunter in den gemütlichen Stadtteil Grund. Hier findet sich mit dem Moscon das einzige Restaurant des gesamten Landes, das mit zwei Michelinsternen ausgezeichnet ist. Chef Mario Mosconi tischt italienisch beeinflusste Küche vom Feinsten auf. 

Luxemburgs bekannteste Gourmet-Adresse liegt zehn Kilometer außerhalb der Stadt, wo sich das Restaurant Lea Linster im Glanz eines Michelinsterns sonnt. Für ihren Charme und ihre Liebenswürdigkeit ist Madame Linster ebenso berühmt wie für ihre mit einem Bocus d’Or geadelte Küche. 

Die Luxemburger Küche hat überaus bodenständige Wurzeln. Bouneschlupp, eine deftige Suppe aus grünen Bohnen, Schinken aus den Ardennen oder so simple Sattmacher wie die Mehlklößchen Kniddelen verweisen drauf, dass das Großherzogtum einst landwirtschaftlich geprägt war. Gut ein Drittel des Landes macht der grüne Norden mit den waldreichen Ardennen aus. Im winzigen Dorf Roder tischt Hans Poppelaars in seinem Manoir Kasselslay eine klar an regionalen Produkten orientierte Küche auf.

Weiter geht es in den Süden Luxemburgs, wo die Mosel die Grenze zu Deutschland bildet. An beiden Ufern des Flusses werden schon seit der Römerzeit Reben angebaut. Auf der Luxemburger Seite kultiviert man vor allem Riesling und Grauburgunder. Viele Kellereien bieten Führungen und Verkostungen an. Lohnend ist auch ein rundum glücklich machender Besuch des Restaurants Mathes in Ahn am Ufer der Mosel.

Claudia Diemar

Kommentar schreiben