St. Lucia

Hölzerne Masken und grüne Bananen

Das französisch geprägte Soufriere liegt im Süden der Insel in der Nähe der Pitons. Foto: oriredmouse/istockphoto

Begegnungen im Süden der Karibikinsel

Das Restaurant des Stonefield Villa Resorts, einer ehemaligen Kakaoplantage. Foto: heu

Bunte Masken des Künstlers Zaka. Foto: heu

„Auf St. Lucia kochen wir allerlei mit grünen Bananen, wir verwenden Wurzeln, Kräuter und verschiedenste Gemüsearten“, erfahren wir im Stonefield Villa Resort.

Das kleine Wellness-Hotel im Süden St. Lucias ist ein Musterbeispiel für den Wandel der Insel, denn das über TUI buchbare Haus entstand auf dem Gelände einer stillgelegten Kakaoplantage. Im Restaurant werden traditionelle Gerichte modern interpretiert.

Die Speisekarten der Karibikinsel, die seit 1979 unabhängig ist und nun zum Commonwealth gehört, prägt ein Mix aus afrikanischen sowie englischen und französischen Einflüssen. Die Gäste des Stonefield Villa Resorts können sich selbstgefangene Fische frisch zubereiten lassen. Marmeladen und Chutneys aus selbst angebauten Mangos, Papayas, Kürbissen, Bananen und Tomaten sind richtig lecker und gefragte Souvenirs.

Ein Mix der Kulturen findet sich nicht nur auf dem Teller, sondern auch beim Inselkarneval, der von Paraden, Konzerten und Umzügen geprägt ist – und bei dem alljährlich im Juli der Calypso-König gekürt wird. Calypso-Musik und Rastakultur sind in der englisch geprägten Inselhauptstadt Castries im Norden ebenso anzutreffen wie in dem im Süden gelegenen früheren französischen Regierungssitz Soufriere.

Musiker, Schriftsteller, Maler und Kunsthandwerker finden auf St. Lucia eine inspirierende Umgebung. Da die Insel über viel Regenwald, aber über relativ wenige und eher kleinere Strände verfügt, ist sie vom Massentourismus weitgehend verschont geblieben und lockt vor allem Individualisten.

Ein Kunsthandwerker ist der Holzschnitzer Simon Gajadhar, genannt Zaka. Geboren und aufgewachsen in London als Sohn eines aus St. Lucia stammenden Vaters, hat Zaka dort bis 1993 als Antiquitätenhändler gearbeitet. Seitdem lebt er auf St. Lucia – und will nicht wieder weg: „Ich kann große Städte nicht mehr ertragen. Mein Bruder lebt in New York, dort dauert es maximal 72 Stunden, bis es mir schlecht geht“, sagt er.

Zaka fertigt bunte hölzerne Masken und Totems für den Export – und das fast am Fließband mit mehreren Mitarbeitern. Seine Arbeiten sind von der amerindianischen Kultur beeinflusst, einer Mischkultur von Kariben und Arawaks, den ursprünglichen Einwohnern der Karibik.

Anfangs lebte der Künstler im Norden St. Lucias, dort wurde es ihm bald zu geschäftig. „Irgendwann fingen die Verkehrsstaus an, das kannte ich aus London und wollte es nicht in der Karibik erleben.“ Deshalb zog er in den Süden, in das stärker französisch geprägte Gebiet, das weniger erschlossen und nicht nur wegen der beiden Pitons hügliger ist. „Hier kann ich die nächsten Jahre bleiben und mich wohlfühlen“, versichert er. Mittlerweile betreibt er neben seinem Atelier auch ein kleines Kunst-Café in Soufriere, in dem er seinen Gästen selbst angebauten Kaffee kredenzt (www.zaka-art.com).

Infos St. Lucia

Weitere Infos erteilt die St. Lucia Tourism Authority auf der Internet-Seite www.jetzt-saintlucia.de. Die Vertretung in Deutschland hat die Telefonnummer 0 61 72 / 4 99 41 38. Ab November bietet Condor Flüge über Manchester nach St. Lucia an.

Rainer Heubeck
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