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Thomas Cook: Drei Euro für Booklets

„Drei Euro für Booklets?“ „Kein Drama“, hieß es bei vielen Reiseverkäufern auf der Travelconnexion

„Drei Euro für Booklets?“ „Kein Drama“, hieß es bei vielen Reiseverkäufern auf der Travelconnexion. Foto: mg

Thomas Cook ändert sein Konzept für gedruckte Reiseunterlagen: In den nächsten Wochen werden die klassischen Booklets schrittweise durch Unterlagen in A5-Format ersetzt und erhalten ein neues, modernes Layout. Im Gegenzug wird dafür künftig ein Preisaufschlag von drei Euro verlangt. Er wird automatisch dem Reisepreis hinzugerechnet.

Die digitalen Reiseunterlagen haben das gleiche Layout wie die gedruckten. Der Reiseablauf ist übersichtlicher als bisher dargestellt, die Fluginformationen wurden optisch aufgewertet, Doppelungen wie etwa zu Rail & Fly gibt es nicht mehr. „Das sieht jetzt richtig schick aus“, freut sich Stefanie Berk, Deutschland-Chefin von Thomas Cook, auf der Reisemesse Travelconnexion über die neue Darstellung.

Zugriff auf die E-Docs gibt es neu über ein Dokumenten-Center, über das Kunden ihre Unterlagen „einfach und bequem öffnen und herunterladen können“, so Projekt-Managerin Petra Krüger. Als dritte Variante kann der Kunde für seine Reiseunterlagen die Konzern-App Travel Guide nutzen.

Neu ist auch, dass es bei den Veranstaltern von Thomas Cook fortan keine Flug-Tickets mehr gibt. Dies habe man im Sommer erfolgreich getestet, so Vertriebschef Carsten Seeliger. Hotel-Voucher gibt es nur noch für jene Hotels, die dies noch verlangen.  

Die gute Nachricht für Reisebüros: Sie können ab sofort selbst entscheiden, wie die Unterlagen zum Kunden kommen, über das Reisebüro oder direkt von Thomas Cook. Dies gilt sowohl für gedruckte als auch für digitale Unterlagen.

Bislang mussten Reisebüros bei digitalen Unterlagen immer die eigene E-Mail-Adresse eingeben, wenn sie die Unterlagen selbst an die Kunden weiterleiten wollten. Das hatte den Nachteil, dass Thomas Cook die Kunden im Krisenfall oder bei Flugzeitenänderungen nicht per E-Mail erreichen konnte.

Aus Sicht von Seeliger ist es „völlig okay“, wenn Reisebüros die Unterlagen selbst an die Kunden weiterleiten möchten. „Es geht um zusätzliche Kontakte für den Vertrieb in der Zeit zwischen Buchung und Urlaubsreise. Und es geht natürlich um den Verkauf von Zusatzleistungen“, so Seeliger.

Thomas Cook geht damit einen anderen Weg als TUI. Auch in Hannover war diskutiert worden, gedruckte Unterlagen kostenpflichtig zu machen. Im Gespräch waren damals 3,20 Euro. Am Ende entschied sich TUI für das Abschaffen der Booklets. Viele Reisebüros drucken seitdem die Unterlagen auf eigene Kosten für die Kunden aus.

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Kommentare (2)

  • Rüdiger Jochimsen
    vor 2 Wochen
    Sollen die ihren Mist selbst verkaufen. Wir steuern weg.
  • Heinrich Schöttner
    vor 2 Wochen
    Ganz ehrlich:
    Ich finde die Lösung von TOC gar nicht so schlecht.

    Unter meinen Kunden sind "solche" und "solche".

    Einerseits habe ich schon gehört: "was, wegen einem Mietwagen muss ich extra einen Voucher mitnehmen? Bei einer Internetbuchung gibt es das nicht!" Gerade die jüngere Generation oder Internetbucher sind gewohnt, ohne Voucher zu reisen. Die haben ihre Daten auf dem Smartphone gespeichert und in sehr vielen Fällen reicht das auch.

    Und andere Kunden haben "Ängste", wenn sie ohne Voucher verreisen müssen. Die meinen dann, sie werden nicht mitgenommen oder bekommen im Hotel kein Zimmer, wenn sie nichts entsprechendes "auf der Hand" haben.

    Wenn jemand lieber schön gedruckte Voucher will bzw. wenn er über keinen Drucker verfügt wird er die 3 EUR gerne zahlen.
    Da kann man ja vor Buchungsabschluss fragen: "Reichen ihnen E-Mail Voucher aus oder möchten sie für 3 EUR Aufpreis lieber schöne, gedruckte Voucher"? Der Kunde kann dann selbst entscheiden.

    Und, mal ehrlich: Bei welcher Airline weltweit wird heute noch ein Ticket benötigt?
    Da reicht doch überall der Filekey bzw. der Pass.

    Schlecht finde ich Lösungen wie bei TUI oder Hurtigruten, wo man den Unterlagendruck einfach an die Reisebüros outgesourct hat. Also wo es solche Alternativen nicht gibt.
    Bei solchen Veranstaltern müssen die Kooperationen tätig werden.

    Reisebüros, die das infrage stellen und hier gleich schreiben, „wir steuern weg“, sollten womöglich auch einmal überdenken, ob ihre eigenen Geschäftsabläufe noch zeitgemäß sind oder ob es hier Verbesserungsbedarf gibt.

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