Verkehr

Deutsche Bahn kann nur kurz durchpusten

Die Bahn wird 2023 wieder dick ins Minus rutschen, rechnet aber mit einem Gästerekord im Fernverkehr. Foto: Deutsche Bahn

Die Bahn wird 2023 wieder dick ins Minus rutschen, rechnet aber mit einem Gästerekord im Fernverkehr. Foto: Deutsche Bahn

Nach den hohen Verlusten infolge der Corona-Pandemie sieht die Bilanz der Deutschen Bahn für 2022 zwar wieder besser aus. Aber für 2023 droht erneut ein Verlust in Milliardenhöhe, wie der DB-Konzern anlässlich der Präsentation der Geschäftsergebnisse für 2022 mitteilt.

Nur noch 65 Prozent der Fernzüge pünktlich

Konkret rechnet die Bahn im laufenden Geschäftsjahr mit einem operativen Minus von etwa einer Milliarde Euro, während sich die Umsätze mit voraussichtlich rund 56 Milliarden Euro auf dem Rekordniveau von 2022 bewegen werden. Gründe seien unter anderem die hohe Inflation sowie milliardenschwere Vorleistungen für Verbesserungen in der vielerorts maroden Infrastruktur. Dadurch wächst auch der Schuldenberg weiter, auf voraussichtlich über 33 Milliarden Euro.

Die umfangreichen Sanierungen sind auch im Wesentlichen für die inakzeptablen Pünktlichkeitswerte verantwortlich. Laut Bahn waren die DB-Züge 2022 so unpünktlich wie noch nie: Nur 65,2 Prozent der Fernverkehrszüge kamen wie geplant ans Ziel, im Vorjahr waren es noch zehn Prozentpunkte mehr. „Das vergangene Jahr markiert einen Wendepunkt. Allen Beteiligten ist klar geworden: Wir müssen umsteuern und die Sanierung und Modernisierung der Infrastruktur gänzlich anders angehen“, unterstreicht Bahn-Chef Richard Lutz.

Gästerekord im Fernverkehr erwartet

Andere Kennzahlen für das vergangene Jahr lesen sich hingegen nicht so schlecht. So verbesserte sich das im Vorjahr noch deutlich negative Betriebsergebnis 2022 auf knapp 1,3 Milliarden Euro. Das Nachsteuerergebnis blieb mit minus 227 Millionen Euro aber noch im roten Bereich.

Und ein wenig Hoffnung für die Geschäftsentwicklung in diesem Jahr macht die Entwicklung im Personenverkehr. „Die Nachfrage stimmt und wächst aktuell weiter stark“, berichtet Lutz. Ihm zufolge könnte es in diesem Jahr im Fernverkehr mit deutlich mehr als 150 Millionen Reisenden einen neuen Bestwert geben. „Das spornt uns an, für unsere Kundinnen und Kunden so schnell wie möglich besser zu werden“, so der Bahn-Chef.

Einen ausführlichen Bericht über die aktuelle Situation des DB-Konzerns sowie die großen Sanierungsprojekte der nächsten Jahre lesen Sie in der kommenden Ausgabe von touristik aktuell.

 
Thomas Riebesehl