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Overtourism: Veranstalter in der Verantwortung

In manchen Zielgebieten leiden die Einheimischen unter den vielen Touristen. Foto: Free-Photos/www.pixabay.de

Die Reisekonzerne TUI und Thomas Cook sehen sich beim Thema Overtourism mit in der Verantwortung. Die größten Verursacher des Phänomens sind aus ihrer Sicht jedoch andere, vor allem Portale wie Airbnb.

Diese würden das Geschäft mit Urlaubern vor allem in den Städten verändern und nicht nur Einwohnern Wohnraum wegnehmen, sondern indirekt die Mieten verteuern und die Infrastruktur überproportional belasten, so TUI-Konzernchef Fritz Joussen. Hinzu komme, dass Wohnungen oftmals ohne offizielle Lizenz vermietet würden und somit keine Steuern anfielen.

Reiseveranstalter betrieben mit ihrem Fokus auf Hotelurlaub ein gänzlich anderes Geschäft, betont Stefanie Berk, Deutschland-Chefin von Thomas Cook. Als Beispiel führt sie Mallorca an. Dort sei die Zahl der Hotelbetten seit den 80er Jahren lediglich um zwei Prozent gestiegen.

Darüber hinaus würden Hotelgäste zumeist im Transferbus gemeinsam mit vielen anderen Urlaubern zu ihrem Hotel gebracht, während Mieter von Ferienwohnungen im Mietwagen individuell unterwegs seien.
Dennoch sind sich sowohl Joussen als auch Berk darüber einig, dass auch Veranstalter verantwortungsvoll agieren müssten. Dazu gehörten eine sinnvolle Flugsteuerung, eine verlängerte Saison und möglichst kurze und effiziente Tranfers. So habe Thomas Cook mit Sitia auf Kreta einen dritten Flughafen ins Programm genommen, um die Gäste „besser zu verteilen“, so Cook-Managerin Berk.

Darüber hinaus legen die beiden Konzerne großen Wert auf eine enge Zusammenarbeit mit regionalen Politikern sowie Nachhaltigkeitsinitiativen. Beispiele seien das Branchenprojekt „sustainable Food“ mit regionalen Anbietern, das Patenprojekt „Wertvolles Wasser“ sowie Ausflüge in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern.

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