Reisevertrieb

Pauschalreiserichtlinie: 50.000 Gegner gesucht

Heute ging eine Petition vom VUSR beim Deutschen Bundestag ein.

Heute ging eine Petition vom VUSR beim Deutschen Bundestag ein. Foto: pixabay

Der Reisebüro-Verband VUSR will die Pauschalreisrichtlinie ausbremsen – mit einer Bundestagspetition, die am Dienstag gestartet wurde. Bislang haben gut 300 Verbraucher gegen den Regierungsentwurf vom 2. November unterschrieben, 50.000 Stimmen sind nötig. Um diese zu sammeln, hat der Verband vier Wochen Zeit. Das heißt: Im Schnitt müssten täglich mehr als 1.600 Bürger die Petition unterschreiben.

Als Begründung für den Stopp der Umsetzung heißt es in der Petition, dass die Richtlinie für den Verbraucher zu einer „eklatanten Verschlechterung bei der Buchung von Reisen führt.“ So könne bis zu 20 Tage vor Reiseantritt ein Mehrpreis von bis zu acht Prozent für gestiegene Kerosinkosten oder auch geänderte Wechselkure vom Kunden verlangt werden. Der VUSR weist darauf hin, dass Reiseveranstalter nicht beweisen müssten, dass die Kosten tatsächlich gestiegen seien.

Ferner wird erwähnt, dass Reisevermittler nach der Umsetzung der Richtlinie nicht mehr unabhängig beraten könnten, da sie bei Buchung einzelner Leistung in die Veranstalterhaftung gerieten. Dies könne dazu führen, dass Reiseverkäufer vorrangig Pauschalreisen buchten und Einzelpreisvergleiche vernachlässigen würden. „Die Richtlinie birgt die Gefahr inakzeptabler Haftungsrisiken bei der Vermittlung verbundener Reiseleistungen“, so der VUSR.

Das Risiko der Haftung müsse durch spezielle Versicherungen abgedeckt werden, deren Kosten Reisebüros zu tragen hätten. Da die Vermittlungsmargen aber gering seien, könnten Agenturen die Zusatzkosten nicht decken. So entstünden wiederum mehr Kosten für den Verbraucher.

Die Petition spricht darüber hinaus von einer „Bürokratisierung von Reisebuchungen“ durch die Pauschalreiserichtlinie. Demnach seien unterschiedliche Formblätter in der Beratung nötig, was beim Verbraucher Verwirrung stifte.

Zusammengefasst stellt der Entwurf laut VUSR eine ungleiche Behandlung der unterschiedlichen Vertriebswege dar. Auch sei nicht mehr Rechtssicherheit für den Verbraucher bei Online-Buchungen garantiert. „Der stationäre Reisebüro-Vertrieb wird durch diese Richtlinie massiv belastet, wobei andere Vertriebswege keine oder nur minimale Einschränkungen haben“, heißt es in der Petition.

Wenn der VUSR bis zum 20. Dezember 50.000 Unterschriften einsammeln kann, wird das Thema im Petitionsausschuss des Bundestags besprochen. Die Petition ist hier zu finden.