Reisevertrieb

Reiseportale: Millionen für die Werbung

Online-Marketing ist extrem vielfältig. Vor allem aber ist es in vielen Fällen teuer

Online-Marketing ist extrem vielfältig. Vor allem aber ist es in vielen Fällen teuer. Foto: focusphotoart / istockphoto

Die Macht der Reiseportale im Marketing hält weiter an und lässt die klassische Touristik alt aussehen. Insgesamt 335 Millionen Euro investierten die großen Online-Player nach Analysen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im vergangenen Jahr in ihre Werbung im deutschen Markt.

Damit haben sie klassische Veranstalter einmal mehr um Längen abgehängt. Nur 87 Millionen Euro investierten im gleichen Zeitraum TUI, Thomas Cook, DER Touristik & Co. Sie alle zusammen kommen damit gerade einmal auf das Niveau der Marketing-Ausgaben von Trivago. Booking kam den GfK-Zahlen zufolge im vergangenen Jahr in Deutschland auf Werbeausgaben von rund 35 Millionen Euro, Ab-in-den-Urlaub investierte 22 Millionen Euro, Holidaycheck gab 21 Millionen Euro aus.

Zu beachten ist bei den Zahlen, dass ein Großteil dieser Gelder in die Präsenz bei Google investiert wird. Diese Kosten sind bei klassischen Veranstaltern durch den Reisebüro-Vertrieb kleiner. Der hat einen weiteren Vorteil: Schaufenster in Fußgängerzonen erregen mitunter mehr Aufmerksamkeit bei Endverbrauchern – und sie sind für Veranstalter sehr viel preiswerter als Online-Werbung.

Deutlich geringer als bei den Kosten für das Marketing insgesamt sind die Unterschiede zwischen Portalen und Veranstaltern bei den jährlichen TV-Werbeausgaben. Die touristischen Online-Portale investierten 2018 in diesem Segment rund 100 Millionen Euro, die Reiseveranstalter gleichzeitig 87 Millionen Euro.

Check 24 war etwa im Dezember Spitzenreiter: In nur einer Woche gaben die Münchner sieben Millionen Euro für TV-Werbung aus. Mit ärgerlichen Folgen für Reisebüros: Die damalige Gutscheinflut sorgt noch heute an vielen Countern für Frust. Da tröstet auch eine Studie von Hotel.de nicht: Ihr zufolge fühlen sich selbst junge Reisende bei der Online-Recherche für ihren Urlaubs oft überfordert.

Kommentar (1)

  • Sportreisebuero 1a reisen
    am 18.04.2019
    welche Chance hat noch das Reisebuero um die "Ecke" ?

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